Torbole Meeting und Training am Gardasee
Zum diesjährigen Torbole Meeting am Gardasee trafen sich vom 01.-03. April 160 Teilnehmer aus ganz Europa. Vertreten waren die Länder Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, Spanien, die Tschechische Republik und als ausrichtende Nation natürlich auch Italien. Das deutsche Team ging mit 23 Booten an den Start.
Einige gingen schon am Samstag für ein paar Probeschläge aufs Wasser, die anderen Teilnehmer und auch die Trainer reisten bis Sonntag morgen an.
Die Wetterverhältnisse waren -anders als in den meisten Jahren zuvor- sehr schwierig vorhersagbar und wiesen große Unterschiede zu der normalerweise herrschenden Thermik auf.
Am ersten Wettfahrttag setzte gegen 10:00 Südwind ein, sodass pünktlich um 12:30 gestartet wurde. Eingeteilt in zwei Gruppen segelten wir eine Wettfahrt bei 5-6 Bft, was für viele als „Saisonauftakt“ schon mehr als genug war. Nachdem der Wind sich durch die Ora (den thermischen Südwind) während der Wartezeit nochmals auf bis zu 8 Windstärken verstärkte, entschied die Wettfahrtleitung die Startverschiebung an Land zu verlegen und schickte uns alle in den Hafen. Trotzdem forderte der erste Tag schon einiges an Tribut am Material. Als der Wind am späten Nachmittag immer noch nicht nachließ, wurde für den Tag abgebrochen.
Der nächste Tag brachte eine recht gewöhnliche Ora mit 5-6 Bft, welche drei anspruchsvolle Wettfahrten bei konstantem Wind möglich machte. Das Hauptprinzip dabei lautete: Frei starten, hohe Bootsgeschwindigkeit halten und Streckbug fahren...
Dies blieb auch am dritten Wettfahrttag so. Während beim Einsegeln noch 3 Windstärken wahre Frühlingsgefühle aufkommen ließen und mir Hoffnung auf ein paar gute Platzierungen machten, verwandelte sich der See genau mit dem Fünf-Minuten-Signal in eine Wasserlandschaft aus kurzen, steilen Wellen mit 5-6 Beaufort starkem Wind. Für weitere drei Wettfahrten waren noch einmal Kondition, Durchhaltevermögen und Konzentration gefordert.Hängen, hängen, hängen lautete die Devise....
Nach sieben Wettfahrten stand nun der wohlverdiente Gewinner der Regatta fest: Mit sechs ersten Plätzen (!!) gewann Mathias Livbjerg aus Dänemark vor John Diedrichs aus Schweden und Tobias Hemdorff (DEN). Beste Deutsche waren Peter Niklas Nagel auf Platz 25, Sverre Reinke auf Platz 26 und Lukas Busskamp auf Platz 37.
Mit knapp 20 deutschen Booten blieben wir noch vier Tage in Torbole zum Training. Auf dem Wasser war bei meistens starkem Wind hartes Trainieren angesagt und auch an Land machten wir viel Athletik. Während der morgenlichen Flauten blieb außerdem genug Zeit um über die aktuellen Saisonziele zu sprechen. Auch wenn wir wegen der schwierigen Windverhältnisse nicht so viele Trainingsstunden auf dem Wasser verbringen konnten wie vielleicht im vergangenen Jahr, so war es doch auf jeden Fall ein sehr anspruchsvolles und erfolgreiches Training, das zu Beginn der Saison gezeigt hat, wo man international steht, welche Arbeit sich ausgezahlt hat und woran bis zum Saisonhöhepunkt noch gearbeitet werden muss.
Nachdem das offizielle Training am Samstag sein Ende fand, wir aber noch bis Ende der Opti-Regatta am darauffolgenden Tag bleiben mussten, gingen mein Bruder Jan und ich Ostersonntag noch einmal mit Jeremi aus Polen eine Runde segeln. Das war eine tolle Möglichkeit für Speedvergleiche auf Amwind- und Vorwindkurs bei Mittelwind, hat viel Spaß und vor allem Vorfreude auf die kommende Saison gemacht!!
Erste Regatta des Jahres: Blanes/SPANIEN
Die Regattasaison 2012 hat angefangen!! Vom 02.-05.Januar fand im spanischen Blanes die 13. Auflage des International Grand Prix Vila de Blanes statt - ich war dabei.
Wie wir schon im letzten Jahr miterleben durften, war die Regatta auch in diesem Jahr eine tolle und bestens organisierte Veranstaltung und es war toll, dabei sein zu können! In den Klassen Europe, 420er und 29er waren über 150 Teilnhemer aus 13 Nationen angereist. Das Feld der Europes ist im Vergleich zum letzten Jahr weiter gewachsen, sodass wir nun mit 95 Booten auf einer Bahn waren und acht anspruchsvolle Wettfahrten in drei Tagen segelten. Nicht nur das hohe Niveau des Feldes, das von vielen als "Europameisterschaftswürdig" beschrieben wurde, sondern auch die vorherrschende Wetterlage und das Revier, machten die Regatta zu einem tollen Segelerlebnis!
Jeden Morgen war für 09:00 der erste Start geplant, sodass wir den reviereigenen ablandigen Wind jeden Vormittag für mindestens zwei Läufe nutzen konnten. Während am ersten Wettfahrttag auch noch ein dritter Lauf problemlos gelang, warteten wir am zweiten Tag etwa eine Stunde bei Flaute auf dem Wasser, bis der Seewind mit guten 3-4Bft einsetzte und wir noch eine dritte Tageswettfahrt segeln konnten. Am dritten Tag mussten wir uns von Sonne und beinahe 20°C an Land verabschieden und segelten bei wahrhaftig winterlichen Bedingungen zwei Wettfahrten bei immer wieder drehendem und letztenendes stark abflauendem Wind. Die gesamte Zeit über stand eine recht lange Dünung entgegen der Windrichtung und eine zwar eher leichte, aber dennoch wichtige, Strömung fast aus Windrichtung.
Am Ende konnte sich Tobias Hemdorff (DEN) bei den Männern durchsetzen und gewann souverän vor Veith Nicklas (ESP) und Ivan Moreno (ESP). Bei den Frauen gewann Ascensión Roca (ESP) vor Petra Smidova (CZE) und Claudia Juan Vigar (ESP).
Unter 95 teilnehmenden Europes waren mein Bruder Jan und ich dieses und letztes Jahr die einzigen Deutschen, doch vielleicht werden es ja nächstes Jahr mehr sein, die diese wunderbare Regatta vor Beginn der "deutschen" Saison wahrnehmen und dabei sind beim ersten Event des Jahres...!??
Fotos gibt es hier
Lina Rixgens

