Allein über den Atlantik in einem Segelboot der Klasse Mini 6.50:                     Im November 2017 möchte ich als erste deutsche Seglerin am Zielort der Transatlantik-Regatta Mini Transat in der Karibik eintreffen!



Ziel erreicht - Traum erfüllt!!!

(c) blondsign by Eike Schurr
(c) blondsign by Eike Schurr

Flotte Fahrt bis zu den Kap Verden

 

Wenn man wirklich dabei ist seinen Traum zu leben und die Arbeit von vielen Jahren ihre Früchte trägt, ist das wirklich sehr schwer zu realisieren. So ging es mir beim Start in Las Palmas und so ging es mir noch viel mehr beim Ziel in Martinique. Morgen geht es wirklich los? Ich überquere alleine den Atlantik? - Und nun bin ich in Le Marin auf Martinique und habe es geschafft. Mit meinem kleinen Bötchen bin ich über den Atlantik gesegelt und habe als erste deutsche Frau die Ziellinie der Mini Transat überquert! Unterwegs dachte selbst ich so manches Mal, dass das ein ganz schön verrücktes Projekt ist…

 

 

Der Start in Las Palmas am 1.11. ist natürlich emotionsgeladen. Und chaotisch. Ob wir unter Gennaker starten dürfen oder nicht lässt die Wettfahrtleitung bis 8min vor dem Start offen. Mir gelingt ein guter Start direkt neben dem Proto-Star Ian Lipinski und im vorderen Teil des Feldes geht es entlang von Gran Canaria Richtung Süden. Der Wind nimmt wie angesagt zu und aus 8kn werden bald 18kn.

 

 

Die ersten 2-3 Tage habe ich Schwierigkeiten richtig in das Rennen hineinzufinden. Ich denke viel an meine Familie, bin mit den Gedanken noch an Land. Doch dann finde ich nach und nach wieder den Spaß an der Sache und werde langsam eins mit meinem Boot. Auf französisch sagt man: „Je me suis amarinée“.

 

Es geht flott voran entlang der afrikanischen Küste und dann weiter zu den Kap Verden: wir fahren immer 8-12kn Geschwindigkeit, Tag und Nacht. Man muss sich wirklich erst gewöhnen an diese ständigen Bewegungen, so lange bin ich noch nie einhand unter Gennaker bei 20kn Wind gefahren.

 

Aber der Autopilot hält (auf Gran Canaria habe ich das Hydrauliksystem entlüftet, was Wunder gewirkt hat) und es läuft wirklich super! Ich habe viele Ofcets und einige Pogo 3s um mich herum. Erst als der Wind auf über 20kn zunimmt, sie immer noch unter großem Gennaker fahren können und ich schon längst auf den mittleren Gennaker gewechselt und das Großsegel gerefft habe, überholen mich Valentin (Ofcet 917) und Andrea (Pogo 3 883) langsam. Die Boote sind einfach viel stabiler als meine Pogo 2. Aber zwischen 17 und 19kn wind bin ich genau so schnell wie sie mit ihrem großen Gennaker, was wirklich cool ist.

 

Überhaupt habe ich noch erstaunlich viel Funkkontakt an diesen ersten Tagen: mit Oliver (Pogo 3 893) und Andreas (Nacira 819) und zwei Tage lang segle ich Seite an Seite mit Marta (Pogo 2 591) und Sander (Pogo 3 886).

 

Es wird langsam richtig warm tagsüber. Und auch die Nächte sind nicht kalt, mein Smock hatte ich nie an, da ein dünnes Spraytop immer ausreichte. Entlang der afrikanischen Küste sehe ich unzählige Vögel und fliegende Fische und auch etliche Delfine, ein tolles Naturschauspiel.

 

 

In der letzten Nacht vor den Kap Verden frischt der Wind nochmal ordentlich auf. Böen bis zu 25kn halten mich vom Schlafen ab, sodass ich irgendwann den Code 5 setze. Was ich in der Dunkelheit leider nicht sehe: das Fall befand sich unter dem unbenutzten Babystag. Als ich den Code 5 dann setze, hakt sich das Babystag auf Höhe der zweiten Saling aus. Also plane ich, im Windschatten der Insel Santo Antão in den Mast zu klettern.

 

 

Besuch von Zorro und Flotillensegeln

 

Am Morgen des 6.11. kommen die Kap Verden in Sicht. Eine Insel nach der anderen schält sich aus dem Dunst. Karge Vulkaninseln, die trotzdem eine tolle Landschaft bilden. Santo Antão müssen wir an Steuerbord lassen, Sao Vicente an Backbord. In dem 6sm breiten Kanal dazwischen nimmt der Wind dann zu auf 30kn, Düseneffekt. Am Anfang des Kanals reißen die Nieten meines Baumniederholerbeschlags, doch das ist schnell mit Dyneema festgelascht. Unter Schmetterling (Großsegel auf der einen, Genua auf der anderen Seite) und ohne Gennaker geht es vorbei an der Hautpstadt Mindelo. Etwa 10 Boote stoppen hier, um Ruder, Spibaum oder Elektrikprobleme zu reparieren. Während die anderen Minis, mit denen ich auf Funkdistanz gesegelt bin, weiter Richtung SW fahren, um der Windabdeckung der 2000m hohen Insel Santo Antão auszuweichen, halte ich mich nah unter der Küste. Ich will genau dorthin, wo kein Wind und keine Welle mehr ist, um in den Mast zu klettern.

 

 

Diese Episode war wohl der schwierigste Teil meiner Transat. Zu Beginn des Aufstiegs geht es noch einigermaßen, es ist mühsam, aber ich komme voran. Doch als ich auf Höhe der ersten Saling bin, drifte ich langsam aus dem Windschatten heraus. Da ich nicht auf die Küste treiben wollte, hatte ich alle Segel herunter genommen und dadurch natürlich an Stabilität eingebüßt. Ich werde in alle Richtungen rumgeschleudert, es ist wirklich furchtbar. Und vor allem komme ich kaum noch voran. Mit einem Mal finde ich mich hinter den Wanten wieder und meine Hand eingeklemmt zwischen den beiden Außenwanten. Bis heute schmückt ein narbiges Z meinen Handrücken, Zorro war zu Besuch… Irgendwie schaffe ich es bis zur zweiten Saling hoch und hakte das bis dahin oft verfluchte Babystag wieder ein. Das Herunterlassen war auch nicht einfach, da man eigentlich beide Hände braucht zum Abseilen braucht und somit keine mehr übrig ist, um sich festzuhalten. Aus den Augenwinkeln sehe ich, dass eine Fahrtenyacht zu mir gefahren ist. Sie bieten mir ihre Hilfe an und wollen wissen, ob alles in Ordnung ist. Sehr nett von ihnen. Nun, da ich wieder unten bin, bin ich komplett fertig, habe eine kaputte Hand und bin übersät mit blauen Flecken, aber ich kann weitersegeln. Nachdem ich ihnen fünfmal versichert habe, dass alles okay sei, werfen sie mir als Geschenk noch eine Dose französische Paté zu und fahren weiter in den nächsten Hafen.

 

 

Ich hingegen lasse den letzten möglichen Hafen hinter mir und versuche mich zu erholen von diesem „mastclimb“. Durch meinen eineinhalb stündigen Stopp habe ich gar nicht allzu viel verloren und segle nun in einer Gruppe von sieben Booten. Wir haben lustige und philosophische Gespräche über Funk und man kann gut seinen eigenen Speed mit dem der anderen vergleichen, das pusht enorm.

 

Doch der Wind wird ganz schön chaotisch. Zwischen 10 und 19kn, Dreher von 20-30°, die ersten Squalls (Schauerböen und viel Wind, typisch für die Zone der Passatwinde), Schwell von der Seite. Durch die zahlreichen Squalls und die damit einhergehenden Winddreher zieht sich die Gruppe aber doch nach und nach auseinander. Mit Vianney (Tip Top 597), der auch in meiner Trainingsgruppe in La Rochelle ist, bleibe ich aber bis zum 10.11. in Funkkontakt. Der Weltempfängerempfang ist in den ersten Tagen nach den Kap Verden wirklich schlecht, sodass immer nur 2 der 7 Boote etwas empfangen. Daher gibt einer jeden Tag im Anschluss an den Weltempfängerbericht noch einmal die Wettervorhersage über Funk durch und wir diskutieren über die Wetterstrategie.

 

 

Am ersten Tag nach meiner Kletterpartie in den Mast rutscht die Classe Mini Flagge hoch in den Mast. Ein Fall hatte sich in ihr verhakt und sie beim Setzen des Gennakers mit nach oben gezogen. Leichte Panik steigt bei mir auf. Was wäre, wenn sie sich irgendwo verfängt und ich dann den Gennaker nicht mehr bergen könnte…? In den Mast klettern wollte ich nun wirklich nicht mehr. Aber sie hängt unterhalb der Fallen, es kann eigentlich nichts passieren. Und tatsächlich bleibt sie dort oben für 2000sm hängen.

 

 

Am 10.11. kurz nach Mitternacht ruft mich Vianney plötzlich über Funk: er hat Funkkontakt mit Elodie (Pogo 2 504), die erneut Ruderprobleme hat und sich etwa 25sm SW-lich von mir befindet. Da ich die einzige Pogo 2 bin, die geantwortet hat und sogar noch zusätzlich zu meinem Ersatzruder genau das Ersatzteil habe, das sie benötigt, ist für mich klar, dass ich zu ihr hinfahren und helfen muss. Also nehme ich in der pechschwarzen Nacht und bei knapp 20kn Wind den Gennaker herunter, halse und fahre in Richtung ihrer letztbekannten Position. Mit den anderen Minis um mich herum überlege ich, wie ich ihr den Ruderbeschlag am besten übergeben könnte, kein einfaches Manöver ohne Tageslicht und mit Schwell und Wind. Nach eineinhalb Stunden –das Wurfgeschoss mit schwimmfähiger Leine, Licht etc. ist bereit- habe ich endlich direkten Funkkontakt zu Elodie und sie kann mir einige Zeit später sagen, dass Marta (ebenfalls auf einer Pogo 2) näher an ihr dran ist als ich und sie ihr helfen wird. Nachdem ich mehrmals nachgefragt habe, ob ich wirklich wieder umdrehen kann und Elodie dies bejaht, halse ich zurück und setze wieder den Gennaker. Einerseits froh, dass ich dieses schwierige Manöver nicht durchführen muss, andererseits ein bisschen betrübt, dass ich Elodie nicht helfen kann und mein Abweichen vom Kurs umsonst war, fahre ich weiter. (Marta erzählte mir später, dass es 6 Stunden gedauert hat, den Ruderbeschlag zu übergeben und dass es wirklich alles andere als einfach war.) Nun habe ich nur noch schlechten Funkkontakt mit Vianney, einige Stunden später bin ich alleine.

 

Aber vielleicht ist das auch gar nicht so schlimm, so kann ich besser meinen eigenen Rhythmus finden. Für Performance und Strategie hilft es allerdings enorm weiter in einer Gruppe zu segeln.

 

 

7 Tage Einsamkeit

 

Nun muss ich damit klar kommen wirklich alleine zu sein. Der AIS Bildschirm ist nun leer und irgendwann habe ich wirklich keine Ahnung mehr, wo wohl die anderen sind. Den Wetterbericht per Weltempfänger erhalte ich ziemlich klar jeden Tag, Wetterinfos habe ich also. Und ab und zu höre ich sogar die Platzierungen der Transat Jacques Vabres und dass Boris Herrmann dort auf dem 4.Platz liegt.

 

Vorerst ist es nicht nötig weit nach Süden zu fahre, die Passatwinde sind auch weiter nahe der direkten Route gut ausgebildet. Da im Süden für die nächsten zwei Tage außerdem Gewitter angesagt sind, finde ich den Süden noch unattraktiver. Da ich dann aber doch nicht zu nahe an das Flautengebiet herankommen möchte, halte ich mich in den letzten Tagen eher südlich. Zu weit südlich, wie ich an Hand der Positionsmeldungen der anderen Minis irgendwann sehe. Aber ohne  zu wissen, wo die anderen sind, ist das ganz schön schwierig unterwegs einzuschätzen.

 

 

Mein kleines Bötchen hält sich wacker: außer dem Anschlagspunkt der Tackline vorne am Spibaum (leicht reparabel mit Dyneema) und dem Stackingsystem unter Deck (verzichtbar) ist noch alles heil.

 

In einem großen Squall, ich bin gerade aufgewacht und der Gennaker ist noch oben, werde ich plötzlich auf die Seite geworfen. Da hänge ich nun oben im Cockpit und für einige Minuten kommt das Boot nicht mehr richtig hoch. Der Mast ist im Wasser, Regen peitscht mir ins Gesicht. Endlich schaffe ich es, den Gennaker zu bergen. Das waren bestimmt 30kn Wind. Bestandsaufnahme der Schäden: die Positionslampe oben im Mast ist aus ihrer Halterung gerissen worden, baumelt nun herunter und funktioniert nicht mehr. Ansonsten ist alles in Ordnung. Ich versichere mir, in Zukunft vorsichtiger zu sein und nachts immer im Cockpit zu schlafen.

 

Der Schlafrhythmus ist etwas anders als bei den bisherigen Regatten, da er durch die Squalls getaktet wird. Nachts kann man wegen möglicher Squalls nicht wirklich in Ruhe schlafen und tagsüber ist es zu heiß um zu schlafen. Aber anscheinend habe ich doch genug 20min Schlafphasen eingelegt, da ich nie das Gefühl hatte im roten Bereich zu segeln.

 

 

Mitten auf dem Atlantik habe ich eine, bzw. zwei witzige Begegnungen. An einem Mittag kreuze ich den Kurs einer 44m langen Motoryacht, die mit Ruderschaden nur 7kn fahren kann, allerdings direkten Kurs in die Karibik. Wir funken kurz, aber der wachhabende Mann am Funkgerät ist nicht sehr gesprächig. Ich kreuze derweil vor dem Wind mit 8-12kn Geschwindigkeit, sodass zwei Nächte später plötzlich das gleiche Boot wieder auf meinem AIS-Bildschirm auftaucht. Was für ein Zufall! Diesmal hat jemand anders Wache und wir funken eine Weile. Ich passiere sie 100m hinter ihrem Heck, kurz vorher hat der Wind auf 25kn zugenommen und angespitzt, sodass es doch ganz schön knapp wurde. Und das mitten auf dem Atlantik…

 

 

Das Wetter verändert sich einige hundert Meilen vor den Antillen. Die Nächte sind dunkel, da der Mond immer kleiner wird und erst früh morgens aufgeht, aber ein toller Sternenhimmel ist immer zu bewundern. Nervige Algen werden mehr, die Squalls dafür weniger. Der Wind weht tagsüber nur noch mit 10-12kn. Es ist etwas mühsamer Meilen gut zu machen und die letzten Tage ziehen sich in die Länge. Dazu die Hitze! Es ist unglaublich heiß ab Sonnenaufgang und bis 2 Stunden vor Sonnenuntergang. 35°C im Cockpit, unter Deck ein Backofen, keine Möglichkeit der Hitze zu entfliehen. Man liegt nur lethargisch herum, wartet auf die Abendstunden und kippt sich ab und zu ein bisschen Wasser über den Kopf.

 

 

2 Tage Finish

 

Zwei Tage vor dem Ziel taucht mitten in der Nacht auf dem AIS-Bildschirm plötzlich ein Boot auf. Es ist ein Mini. Es ist Marta. Wir sind beide aus dem Häuschen und freuen uns riesig! Wir wollen die letzten Meilen gerne zusammen bleiben und so ist klar, dass einer von uns halsen muss. Ich halse und wir reden die ganze Nacht und die kommenden Tage über Funk. Da Marta mehr Tiefe fahren kann, schafft sie es mich zu überholen.

 

 

Am letzten Abend auf See halsen wir gleichzeitig und können genau Kurs auf Martinique nehmen. Der Wind hält durch und wir rauschen mit 8-10kn durch die Nacht unserem Ziel entgegen. Sogar die Squalls lassen uns in dieser Nacht in Ruhe und wir haben einfach nur einen grandiosen Sternenhimmel mit vielen Sternschnuppen zu bestaunen. Traumhaft!

 

Ich bin aufgekratzt. Es ist einfach unglaublich, dass ich es fast geschafft habe. Dass ein zweijähriges Projekt nun auf sein Ende zugeht. Über meinen Weltempfänger empfange ich karibisches Radio und als sie genau in diesem Moment mein Transat-Lied „This girl is on fire“ spielen, bin ich restlos glücklich.

 

 

Am Mittag des 19.11. kommt erst St. Lucia und dann Martinique in Sicht. Alles ist plötzlich grün um mich herum, die Insel hat so saftige Farben und so tolle Gerüche. Die Ziellinie ist nicht ganz einfach zu finden und ich muss noch zweimal das Vorsegel wechseln, doch dann kommen zwei Motorboote auf mich zu. Ich sehen bekannte Gesichter: meine Eltern, einige Mini-Segler und Eike, der mein Projekt mit tollen Fotos und Videos begleitet hat, ist für mich überraschend auch gekommen. Um 13:10 Uhr überquere ich nach 18d04h07m die Ziellinie. Der Schlepp in den Hafen, der grandiose Empfang am Steg, frisches Obst, ein erster Planters Punch, das Bad im Meer (das ich seit einer Woche herbei gesehnt habe wegen der Hitze) mit Oliver, Andreas und Stan, das erste Interview – alles ist so unwirklich. Aber toll!

 

 

Mit einer guten Woche Abstand realisiere ich langsam, dass ich es wirklich geschafft habe. Auf dieser Etappe bin ich 37. geworden, ein gutes Ergebnis, mit dem ich zufrieden bin. Da ich meinen Kurs verlassen habe, um Elodie zu helfen, wurden mir 2 Stunden gut geschrieben und ich bin noch einen Platz nach vorne geklettert.

 

Eine tolle und aufregende, aber auch stressige und intensive Zeit geht nun zu Ende. Ich bin wahnsinnig froh, dass ich dieses Projekt so erfolgreich, so gut zu Ende bringen konnte und ich möchte an dieser Stelle noch einmal ALLEN von ganzem Herzen danken, die dies möglich gemacht haben!! Nun blicke ich mit einem lachendem und einem weinenden Auge in die Zukunft. Es ist natürlich traurig, minidoc nun ein letzten Mal aufzuklaren, den Mast zu legen und es bald auf einem Frachtschiff auf dem Weg nach Europa zu wissen, wo Hubert Hell es in Empfang nehmen wird. Ich werde vorerst kein Boot mehr haben, um Hochseeregatten zu segeln. Ich habe viele tolle Menschen kennen gelernt, die ich nun nicht mehr regelmäßig sehen werde. Doch die letzten zwei Jahre waren auch sehr stressig, man stand ständig unter Spannung, dachte 365 Tage im Jahr an das Projekt, der ganze Lebensinhalt drehte sich um die Mini Transat. Insofern habe ich auch ein kleines bisschen Lust, nun ein mehr oder weniger normales Studentenleben fortzuführen, ein bisschen Luft zu haben, auch mal etwas anderes machen zu können. Und meine Europe-Jolle wartet im zurzeit eisigen Deutschland auch noch auf mich.

 

Doch das nächste Abenteuer, das nächste Projekt, die nächste große Regatta kommt bestimmt. Und eine Sache nehme ich auf alle Fälle mit: If you can dream it, you can do it.

 


Angekommen auf Gran Canaria - die erste Etappe der Mini Transat ist geschafft!

(c) blondsign by Eike Schurr
(c) blondsign by Eike Schurr

Ich bin angekommen in Las Palmas, auf Gran Canaria! Selbst nach einigen Tagen an Land ist es noch schwer zu realisieren, dass das nun die erste Etappe der Mini Transat war und ich sie geschafft habe. Es war eine harte Etappe. Vorher dachte ich manchmal, dass sie nur etwas länger sein würde als mein Qualifier und dass es nur besser werden kann. Das wurde es auch. Aber trotzdem verdammt hart!

 

Nach aufregenden und emotionsgeladenen Tagen in La Rochelle war der Moment des Starts gekommen. Es wurde Zeit, einen tollen Ort zu verlassen, in dem ich nun acht Monate gelebt hatte und tolle Leute kennen gelernt habe. Meine Familie, einige Sponsoren, Freunde und andere Mini-Segler waren aus Deutschland gekommen, was großartig war. Die meisten waren auch mit auf dem Wasser, um den Start aus der Nähe anzuschauen. Wobei die Sicht stark reduziert war: bei Nieselregen, leichtem Nebel und etwa 10kn Wind legte ich meinen bisher besten Start im Mini hin.

 

Zusammen mit den 80 anderen Minis kreuzte ich aus der Bucht von La Rochelle hinaus. Nach und nach drehten die Motorboote um und wir segelten alleine in die erste Nacht hinein. Zum Anfang wurden wir ordentlich durchgeschüttelt. 18-23kn und eine fiese 2m Welle machten den Auftakt zu einem echten Rodeo-Ritt. Mitten in der Nacht hörte ich plötzlich über Funk, dass einem italienischen Proto-Segler sehr nahe bei meiner Position der Mast gebrochen war. Das machte mir zu Beginn des Rennens sehr deutlich, dass ich auf mein Boot Acht geben muss, der Weg ist noch lang und es geht darum anzukommen.

 

Der Wind nahm ab und es wurde schwierig, die richtige taktische Entscheidung zu treffen, da sich die angesagte Kaltfront immer mehr auflöste. Ich hielt mich trotzdem relativ gut im Feld und versuchte mich auf das Passieren des Cap Finisterres vorzubereiten und ins Rennen hinein zu finden.

 

Dieses machte seinem Namen alle Ehre: zwei Tage und Nächte lang hatte ich 20-30kn Wind und vor allem eine echt fiese, etwa 3m hohe, Welle. Der Wind kam zwar von hinten, aber was ich auch versuchte, ich schaffte es nicht den Autopiloten richtig einzustellen. Er schaukelte sich in den Wellen auf bis zur Patenthalse… Also verbrachte ich 50h fast ohne Pause am Ruder. Der Schlafmangel machte sich natürlich bemerkbar und anstatt dem Wetterrouting genau zu folgen und nach dem Verkehrstrennungsgebiet Finisterre nach Westen abzubiegen um ein großes Flautengebiet vor der portugiesischen Küste zu vermeiden, hielt ich mich vorerst unter der Küste. Der Wind nahm ab. Doch anstatt mich nun erholen zu können, mussten Ersatzpinne und Werkzeugkasten raus: eine meiner beiden Pinnen war gebrochen. Als der Wind zurückkam, war die Ersatzpinne montiert und ich nahm Kurs nach Westen, hatte aber schon viele Meilen auf das Feld verloren. Ich versuchte nicht allzu weit nach Westen zu gelangen, da dort 30-40kn angesagt waren und fuhr daher einige Halsen, mal Kurs West, mal Kurs Süd. Trotzdem stand mir eine weitere Starkwindnacht am Ruder bevor. Eine harte Nacht, in der ich wegen des Schlafmangels anfing zu halluzinieren und erst am frühen Morgen, als alles schon stundenlang klitschnass und kalt war, in meinen wasserdichten Trockenanzug steigen konnte.

 

Langsam wurde es besser. Der Wind nahm ab, ich fuhr ungefähr Kurs, der Autopilot steuerte wieder und ich konnte mich erholen. Wir machten Weg nach Westen gut. An meinem 23. Geburtstag, dem 7. Regattatag, hatte ich meinen emotionalen Tiefpunkt erreicht: ich war bereits 7 Tage unterwegs und hatte noch 750sm vor mir! Außerdem war der nächste Segler 120sm vor mir. Ich hatte das Gefühl niemals anzukommen.

 

Doch dann fand ich mich mit dieser Tatsache ab und fand endlich meinen Rhythmus bei dieser Regatta. Der Wind wurde stabil und ich hatte drei tolle Tage unter Spi bei meistens 10-14kn Wind und Sonnenschein. Es war großartig! Ich beobachtete den Mond, der jeden Tag etwas später aufging, und einen grandiosen Sternenhimmel. Die Temperatur stieg und ich holte auf meinem Weg nach Süden Meile um Meile auf die Boote vor mir auf. Fünf Tage lang hatte ich kein Boot gesehen und auch niemanden über Funk gehört oder gesprochen. Aber das störte mich nicht. Ich hatte mich in meiner kleinen Welt zurecht gefunden, so konnte es weiter gehen.

 

Ab der Höhe von Madeira wurde der Wind instabiler. Beim täglichen Wetterbericht, der uns über Weltempfänger erreicht, war die Rede von „vent variable“. Tatsächlich machte ich aber bis etwa 100sm vor Gran Canaria noch immer gute Strecke. Das Ende zog sich dann wirklich in die Länge. Für die letzten 30sm brauchte ich 12h. Der Wind kam aus allen Richtungen, nur nicht von da wo er herkommen sollte. Mal fuhren wir mit 6kn unter Code 5 mit Wind aus West, dann war für 2 Stunden komplette Flaute, dann kam der Wind aus Osten wieder. Es war zum verrückt werden! Im Dunkel der Nacht auf den 14.10. schob ich mich immer näher an Las Palmas heran. Zum Ende hin kam noch einmal ein Adrenalinschub: diverse Frachtschiffe fuhren aus allen Richtungen auf die Hafeneinfahrt zu, ich hing mitten vor der Einfahrt. Ohne Wind, ohne AIS (seit dem 3. Tag defekt), nur mit Notpositionslicht (das richtige Topplicht war seit dem 5. Tage defekt). Keine schöne Situation.

 

Doch im Morgengrauen schob ich mich in Zeitlupe nach 12d17h15min und 1470 gesegelten Seemeilen über die Ziellinie. Ich konnte es nicht fassen, dass ich wirklich angekommen war! Der Empfang an Land war super und nach einigen Stunden Schlaf entdeckte ich nach und nach alle Nachrichten und Berichte von euch allen. Diese Unterstützung und das große Interesse an meiner ersten Etappe haben mich wirklich umgehauen – vielen vielen Dank!!

 


Mini Transat 2017 - Start zur ersten Etappe!

Morgen geht es nun wirklich los: die erste Etappe der Mini Transat startet!
Es ist kaum zu realisieren, dass ich nach den vielen Jahren intensiver Vorbereitung nun wirklich an der Startlinie sein werde.
Dafür möchte ich allen Unterstützern meines Projekts ganz herzlich danken! Ohne euch wäre ich niemals so weit gekommen!

Auf einer so langen und fordernden Strecke wie der Mini Transat kann natürlich alles Mögliche passieren und nicht immer kann man den Ausgang selbst beeinflussen. Mein Boot und ich sind aber bestmöglich vorbereitet, ich konnte viel Erfahrung auf meinem Mini sammeln und freue mich nun, zur Transat starten zu können.
An diese Startlinie zu gelangen war nicht immer einfach und daher ist es wie eine Vor-Etappe, nun dort angelangt zu sein.

Die letzten Wochen waren noch einmal voll mit sehr intensiven Vorbereitungen: letzte Optimierungen am Boot, das Einkaufen von Ersatzmaterial, das Packen von gefriergetrockneten Essenstüten für 35 Tage sowie Wetter- und Navigationsvorbereitung standen auf dem Programm.

Am Sonntag, den 1. Oktober wird um 16:00 Uhr der Startschuss zur ersten Etappe fallen. Zwischen der Île de Ré und der Île d'Oléron wird es für die 81 Minis hinausgehen in die Biskaya und bis zum Cap Finisterre (NW-Ecke Spaniens). Dort wird das Wetter wahrscheinlich etwas ruppig sein, bevor wir an der portugiesischen Küste Richtung Süden abbiegen und Kurs auf die Kanaren nehmen. Nach 8-11 Tagen etwa werden wir in Las Palmas auf Gran Canaria erwartet.

Verfolgen könnt ihr die Regatta hier: http://www.minitransat.fr/suivi-de-la-course/cartographie
Und auch auf meiner Seite www.facebook.de/linarixgensminitransat wird regelmäßig berichtet werden.


4. Platz bei der Transgascogne - 500sm in zwei Etappen

Leichtwind und 250sm Starkwindkreuz, Wale und Delfine, Stahlindustrie und Tapasbars – die diesjährige Transgascogne hatte so einiges zu bieten.

 

Etappe 1: 30.07.-01.08. Les Sables d’Olonnes-Avilés

 

Am 30. Juli fiel vor dem als Start- und Zielhafen der Vendée Globe bekannten Hafen Les Sables d’Olonnes der Startschuss zur ersten Etappe. Auf Grund einer Leichtwindvorhersage für den Golfe de Gascogne wurden die 10 Prototypen und 43 Serienboote auf den 245sm langen direkten Kurs nach Nordspanien geschickt. Die Transgascogne bietet immer die Möglichkeit einhand oder zweihand gesegelt zu werden, dementsprechend gibt es auch separate Wertungen. Ich entschied mich doublehanded mit Sverre Reinke zu segeln, um noch einmal letzte Dinge vor der Mini Transat genau zu testen und das Kollisionsrisiko vor dem Start zu minimieren.

 

Bei 10kn Wind aus WSW starteten wir auf einem Am Wind-Kurs. Je nach Routingsvorschlag trennten sich hier die Wege. Viele Boote, vor allem die neueren, setzten ihren Code 0 und fuhren Kurs Süd, um einen Hochdruckkeil zu umfahren. Bei auf 18kn zunehmendem Wind war bei uns aber an Code 0 nicht zu denken, sodass wir weiterhin relativ hoch fuhren und dabei auf Geschwindigkeit segelten. So hielten wir uns immer noch weit östlich von dem Direktkurs und damit dem Routing meiner Trainingsgruppe, fuhren aber keinen so extremen Kurs wie viele andere.

 

Im Laufe der Nacht nahm der Wind ab und raumte, sodass auch wir nacheinander Code 0, dann Code 5 und anschließend den großen Spi setzen konnten. Der zweite Regattatag wurde unter grau-wolkigem Himmel und die ganze Zeit mit dem neuen großen Spi oben bei nur 4-8kn Wind etwas monoton. Wir versuchten, die ganze Zeit maximalen Speed herauszuholen, steuerten selbst oder trimmten die Segel und wussten am Ende des Tages auf jeden Fall, dass wir auf diesem Kurs schneller als die Zweihand-Nacira in Luv von uns sind und dass der neue OneSails-Spi hält, was er verspricht.

 

In der pechschwarzen Nacht wechselten wir uns im 45min-Rhythmus ab, der Autopilot steuerte. In einer Wolke nahm der Wind plötzlich auf 18kn zu, wir schossen fast in den Wind und wechselten daher auf den Medium Spi. Nach 10min war der Spuk vorbei und der Wind hatte wieder auf 8kn abgenommen. Also doch wieder den großen Spi setzen…viel Arbeit für wenig Ergebnis…

 

Mit dem Sonnenaufgang nahm auch die bleierne Müdigkeit ab und bald fingen wir an die Seemeilen bis zur Ankunft herunter zu zählen. 20sm vor unserem Zielhafen Avilés nahm der Wind noch weiter ab. Sehr tiefer Vorwindkurs, 2-5kn Wind, 1-2m Dünung von der Seite. Ein Kurs, auf dem die Pogo 2 im Vergleich zu anderen Booten schnell fährt. Die bergige, wolkenverhangene Küste hatten wir schon seit einer gefühlten Ewigkeit gesehen, jetzt kamen sie und das Cabo Peñas langsam aber stetig näher. Nach ein paar Halsen schoben wir uns noch an drei Booten vorbei, bei so einem Flautenkrimi am Ende ist man zu zweit an Bord doch überlegen.

Wie viele Boote kamen wohl noch hinter uns? Wir befürchteten schon, dass die Boote weiter im Osten mehr Wind gehabt hatten als wir.

 

Die Ziellinie wurde auf der einen Seite durch einen Leuchtturm auf den sehr nahen Klippen und auf der anderen Seite durch den Molenkopf des Kanals nach Avilés hinein gebildet, eine großartige Idee… Als wir 100m vor der Ziellinie waren, wurde über Funk durchgegeben, dass bald ein großes Schiff aus ebendiesem Kanal auslaufen wird. Ein Schiff…? Auf dem AIS ist nichts zu sehen. Plötzlich schiebt sich ein großer Bug hinter den Felsen hervor – wir haben noch etwa 50m bis zu den Felsen. Nochmal ein bisschen Adrenalin zum Schluss. Alles geht gut, der Frachter geht vor uns lang und wir überqueren die Ziellinie nach 2 Tagen und 8 Stunden pünktlich mit dem Sonnenuntergang und kurz bevor der Wind komplett abflaut.

In der doublehanded-Wertung der Serienboote landen wir auf dem 4.Platz (von 10 Booten), von allen Serienbooten werden wir 29., mit dem Wissen, dass wir direkt hinter einem 10 Boote starken Pulk angekommen sind.

 

Der Schlepp durch den 3sm langen Kanal zeigt die industrielle Seite der Stadt: rechts wird Kohle auf Frachter verladen, links brennen die Flammen der Stahlwerke. Das Wasser im Hafen ist schmutzig und die meiste Zeit liegt ein übler Geruch über der Stadt.

Der Empfang und die Organisation in Avilés sind hingegen super: Die Bürgermeisterin heißt uns im Rathaus willkommen und fast jeden Abend gibt es eine fiesta asturiana mit asturianischem Cidre aus riesigen in die Wand eingelassenen Fässern und Unmengen an verschiedensten Tapas. Der Ort selbst hat mit seinen engen Gassen, alten Häusern, unzähligen Tapas-Bars und dem bunten Treiben auf den Straßen eindeutig Charme. Da kann man dann auch ein Auge zudrücken wenn in den Containerduschen mal wieder alles unter Wasser steht.

 

Etappe 2: 05.-07.08. Avilés-Les Sables d‘Olonnes

 

Die zweite Etappe startete erst einmal mit einer einstündigen Startverschiebung. Alle 53 Boote wurden in der starken Dünung ordentlich herumgeschubst, bis irgendwann mit etwa 8kn Wind einsetzte. Und mit ihm kam der Regen. Wir hatten einen guten Start, versuchten die Dreher der Regenwolken auszufahren und positionierten uns im guten Mittelfeld der Flotte. Gegen Abend nahm der Wind auf 16-24kn zu. So sollte es bis nach Les Sables d’Olonnes bleiben. Das nervigste daran: der Wind kam genau aus NE, vor uns lagen also 250sm Kreuz. Bei der äußerst unangenehmen Welle war das wirklich keine Freude. Sverre wurde Opfer der Seekrankheit, sodass ich die erste Nacht quasi allein Wache schob. Aber ein toller Vollmond leistete mir Gesellschaft und beleuchtete das ganze Boot.

 

Das Feld verstreute sich sehr schnell in alle Richtungen, die Routings waren sich absolut nicht einig. Schnell verlor man den Überblick, wie viele Boote in Luv und wie viele in Lee waren. Wir hielten uns relativ mittig und nahmen die Winddreher mit, wie sie kamen.

 

Im Laufe des nächsten Tages verzogen sich die Wolken und es wurde etwas trockener, wenn auch nicht gemütlicher. Nach und nach kamen erst auf dem AIS, dann in echt andere Minis in Sicht. Wir machten gute Fahrt, bekamen einen sehr guten Dreher mit und näherten uns stetig dem 10 Boote großen Pulk vor uns. Gegen Nachmittag kam endlich der lang ersehnte NW-Dreher und wir setzten als erstes Boot in unserem Umfeld den Code 0. Der Kurs war dafür mit 55° TWA und 12-16kn zwar noch sehr spitz, doch wir fuhren durchschnittlich 0,5-1kn schneller als alle Boote um uns herum. Aufholjagd auf den letzten 30sm bis zum Ziel!

 

Doch natürlich konnte es so nicht einfach weitergehen bis nach Les Sables d’Olonnes: um uns herum bauten sich imposante Gewitterwolken auf, die Blitze zuckten in der Ferne. Plötzlich teilte mir Sverre aus dem Cockpit mit, dass wir keine Windangaben mehr haben. Ein verrutschter Stecker am Mastfuß? Aber auch die Funke ist verrauscht und auf dem AIS verschwinden nach und nach alle Signale. Irgendetwas am Mast also…? Och nö, es war doch gerade erst ein Elektriker für sechs Tage an Bord und hat alles überholt. Dann tauchen auf dem AIS wieder Boote auf und auch die Windanzeige erscheint wieder. Über Funk berichten drei Boote über ähnliche Ausfälle. Meine Elektrik ist also in Ordnung, lediglich die Luft hatte sich durch die Blitze wohl dermaßen aufgeladen, dass dies zu Störungen an der Mastelektrik geführt hat.

 

Nun waren wir direkt unter einer der Wolken und damit in der Flaute. Den Booten um uns herum ging es zum Glück nicht besser und wir hangelten uns langsam aus dieser Flaute heraus. Nun war Vorwind-Kreuzen mit großem Spi angesagt. Nervig, doch so überholten wir noch zwei Boote.

Vor der hell erleuchteten Silhouette von Les Sables waren die Untiefentonne Nouch-Sud und auch die Ziellinie wirklich schwer auszumachen, doch um 03:00 morgens überquerten wir nach 2d13h15min als 19. Serienboot und 5.doublehanded-Serienboot die Ziellinie – diesmal vor dem 10 Boote starken Pulk.

Insgesamt belegten wir bei dieser letzten Testregatta vor der Mini Transat den 4. Platz der Zweihand-Serienboote.


alnamic AG wird neuer Sponsor des Projekts!

Ich freue mich sehr, die in Neuss ansässige Firma alnamic AG als Partner auf dem Weg zur Mini Transat 2017 gewonnen zu haben!


Als Microsoft Gold Partner implementiert die alnamic AG Unternehmenslösungen auf Basis von Microsoft Dynamics 365. Ergänzt wird das Portfolio durch moderne Internet of Things (IoT)- und Industrie 4.0-Lösungen auf Basis von Microsoft Azure und e-ControlNet. Mit mehr als 100 Dynamics-Spezialisten wurden in den vergangenen Jahren über 200 Projekte für mittelständische Unternehmen mit bis zu 2.000 Mitarbeitern im In- und Ausland realisiert. In Industrie 4.0-Projekten wurden bereits mehrere zehntausend Anlagen über IoT-Technologie in die Unternehmensprozesse integriert.


Es macht Spaß, mit einem so großen, starken und noch dazu Wassersportbegeisterten Team im Rücken die letzten Monate bis zum Start der Transat angehen zu können - Vielen Dank für euer Vertrauen!


Grandioses Mini Fastnet mit neuen Segeln von OneSails

600sm zweihand, rund Fastnet Rock, 16kn Geschwindigkeitsrekord

Am 18.6. um 15:00 fiel in der Bucht von Douarnenez der Startschuss zum diesjährigen Mini Fastnet. 35 Serienboote und 26 Prototypen waren dabei. Für diese Zweihand-Regatta war Sverre Reinke als Co-Skipper mit an Bord von minidoc.

Kurz vorher hatte ich von OneSails mein neues Großsegel und meine neue Genua geliefert bekommen. Beide bestanden ihren ersten Härtetest mit Bravour.

 

Bei flauem Wind ging es mit einer Kreuz langsam aus der Bucht hinaus. Wir hatten uns rechts im Feld positioniert um den zu erwartenden Rechtsdreher zu erwischen - doch dass der Dreher mit etwa 50° kam und wir schließlich unter Code 0 über fast das gesamte Feld rüberziehen würden, damit hatten wir nicht gerechnet. So kamen wir als 6. Boot an der ersten Bahnmarke am Cap de la Chèvre an, seltsame Bedingungen, aber trotzdem ein cooles Gefühl. Wie instabil der Wind allerdings war, zeigte sich 1 Minute später: Während wir und einige Boote in Lee von uns in der Flaute standen, zog 10 Meter weiter in Luv fast das gesamte Feld an uns vorbei. Okay, Neustart.

Der Wind stabilisierte sich und frischte auf 15-20kn aus, es ging Richtung Norden zum Chenal du Four. Unglücklicherweise riss kurz nach der Tonne unser Luv-Achterholer (die Leine, die den Spibaum in Position hält) und wir hatten ein Chaos an Code 0 einzuholen und während des folgenden Am-Wind-Kurses den Achterholer zu nähen. Währenddessen nahm der Wind in dem nur 2sm breiten Kanal zwischen dem bretonischen Festland und den Inseln Ouessant und Molène durch den Düseneffekt ordentlich zu auf bis zu 30kn. Da der Strom mit 2kn mit uns lief, ging diese 10sm lange Passage zwar schnell, es baute sich aber eine unglaublich kabbelige Welle auf.

 

Mit Sonnenuntergang erreichten wir den Ärmelkanal. Der Wind nahm ab und wir konnten wieder unseren Code 0 setzen. Nun war unsere Stunde gekommen: die ganze Nacht über holten wir unter einem grandiosen Sternenhimmel Boote auf, es lief einfach super.

Am nächsten Vormittag mit dem Erreichen von Land's End erfolgte der nächste Neustart. Eine Flaute ließ etwa 20 Boote zwischen der englischen Küste und dem Verkehrstrennungsgebiet (TSS) "Scillies East" einparken. Langsam schoben wir uns um das TSS herum und konnten Kurs auf Irland setzen. Der große Spi ging hoch, 150sm lagen vor uns. Leider verloren wir in diesen Stunden einige Boote, der alte Spi fährt einfach nicht mehr...aber der neue kommt ja bald! Gegen Abend drehte der Wind auf Nord, der Windwinkel wurde also spitzer und wir wechselten auf den Code 5. Dazu durften wir eine wunderschöne Abendstimmunf genießen: bestimmt 50 Delfine schwammen und sprangen um unser Boot herum, in einiger Entfernung konnte man Walfontänen sehen, wir hatten wieder etwas Wind und segelten über die 1-2m Dünungswellen.

 

Die Nacht ist irgendwie immer unsere Sternstunde. So auch in der zweiten Regattanacht: Wie angekündigt nahm der Wind zu auf etwa 20-26kn, dazu hatten wir 1,5m Welle von schräg achtern. Damit konnten die Surfs beginnen, so schnell und vor allem so lange bin ich noch nie mit minidoc die Wellen runtergerauscht! Erst unter Medium Spi und mit einem Reff im Groß, später unter Code 5 rasten wir mit durchschnittlich 12kn in Richtung Irland. Vier Stunden lang ging das Speedo nicht unter 10kn und mit 16,4kn stellten wir einen neuen Geschwindigkeitsrekord für dieses Boot auf. Wirklich Wahnsinn! Alles war nass, das Wasser rauschte bis hinten ins Cockpit durch. Als wir im Morgengrauen einen Blick aufs AIS warfen, stellten wir fest, dass wir auf die meisten Boote um uns herum 6sm gewonnen und damit ordentlich aufgeholt hatten.

 

Gegen 10:00 morgens rundeten wir zusammen mit zwei Naciras die Kardinaltonne Stags, wechselten auf den Medium Spi und segelten Vorwind die restlichen 10sm bis zum Fastnet Rock entlang, einige Halsen inklusive. Punkt 12:00 rundeten wir den berühmt-brüchtigten Fastnet Rock!

Viel Zeit sich darüber zu freuen blieb allerdings nicht, da wir hoch an den Wind mussten und uns die nächsten Stunden einige Schauerböen auf Trab hielten. 30kn, 2 Reffs ins Groß. Nacht 10 Minuten ging der Wind auf 15kn runter, also wieder ausreffen. Mit der nächsten Wolke nahm er wieder auf 28kn zu, also wieder einreffen,... Gegen Abend wurden die Bedingungen etwas ruhiger, der Wind pendelte sich bei 15kn ein und wir versuchten uns etwas auszuruhen.

 

In unserer dritten und pechschwarzen Nacht auf See steckten wir plötzlich für 2 Stunden in einer Flaute fest, dann setzten wir in 5kn Wind den großen Spi. Ich ging gerade aufs Vordeck, um die Genua zu bergen, damit der Spi mehr Wind bekommt, als dieser plötzlich im Wasser lag. Bitte was?! Wie kann das denn...? Ein Blick auf die Klemmen sagt alles: alle sind offen. Mit meiner Lifeline war ich daran hängen geblieben als ich aufs Vordeck ging. Der Spi hing inzwischen irgendwo hinter uns, Spifall und Tackline bestimmt 4m von ihren Blöcken entfernt. Das Groß war 2m runtergesackt, sodass man sich kaum noch im Cockpit bewegen konnte.

Mit vereinten Kräften und nach 15 langen Minuten war der Spi wieder an Bord, außer einem kleinen Riss durch das Solarpanel unversehrt. 30 Minuten später war alles wieder einigermaßen aufgeklart und der Code 5 gesetzt. Sverres Kommentar dazu: "Die Nächte werden von Nacht zu Nacht anstrengender. Ich will nicht wissen, wie die nächste wird...".

 

Den nächste Tag empfing uns mit Nebel. So blieb es auch den ganzen Vormittag, die Welt war grau in grau, wir sahen kein einiges Boot. Ich fühlte mich stark an die ersten Tage meines Qualifiers erinnert. Damit uns nicht langweilig wird, wechselten wir bestimmt fünfmal das Vorsegel: von Code 0 auf Code 5, von Code 5 auf Code 0,... Der Wind pendelte stark und man möchte ja schließlich mit dem optimalsten Segel fahren.

Mti Einbruch der Dunkelkeit näherten wir uns dem wohl meist befahrensten Verkehrstrennungsgebiet Ouessant unter großem Spi. Mit einem einwandfrei funktionierenden AIS querten wir dieses diesmal -anders als bei meinem Qualifier- ohne Probleme. Inzwischen waren wir aber wirklich müde, sodass wir den Autopilot steuern ließen und uns alle 30 Minuten abwechselten mit Schlafen.

Am Morgen des vierten Regattatages näherten wir uns der Bucht von Douarnenez. Die Sonne kam und der Wind ging. Vor dem Wind kreuzend näherten wir uns langsam unter großem Spi dem Ziel. Allmählich sah man auch wieder andere Minis um uns herum, the game was still on.

Der Strom lief mit und der Wind nahm gegen Mittag langsam zu. Die letzten 10sm hatten wir ein finales Match mit einer kroatischen Pogo 2. Bei inzwischen bis zu 20kn Wind lieferten wir uns ein Halsenduell in der Bucht - und gewannen es! Ein super Gefühl wie wir mit großem Spi pünktlich um 16:30 zum Kippen der Strömung nach ziemlich genau 4 Tagen über die Ziellinie rasen und noch nicht einmal eine Hand frei haben um uns abzuklatschen.

 

Dieses Mini Fastnet war wirklich ein grandioses Rennen, das uns beiden großen Spaß gemacht hat. Wir kamen als 44. von 60 Booten an und waren damit 26. Serienboot und 5. Serienboot der Boote älterer Generation (nicht Pogo 3, Ofcet oder Nacira). Natürlich gibt es immer noch etwas zu verbessern und gerade bei Leichtwind unter großem Spi hatten wir eindeutig Geschwindigkeitsdefizite, aber wir waren die ganze Zeit wirklich direkt dran am Hauptfeld, unsere Manöver und die gefühlt tausend Segelwechsel haben super geklappt und wir haben immer wieder vor allem nachts ordentlich aufgeholt.

Der Winches Club in Douarnenez hat eine super Veranstaltung mit toller Organisation auf die Beine gestellt - vielen Dank dafür!

 


Pornichet Sélect: 300sm solo bei super Bedingungen!

Mit dem „Pornichet Sélect“ stand die erste Solo-Regatta des Jahres an. 300sm sollten von Pornichet in der Ost-Bretagne nach Les Sables d’Olonnes und nach einer Tour um die Île de Groix wieder zurück nach Pornichet gesegelt werden. Der gleiche Kurs wie im letzten Jahr. Damals war es meine allererste Solo-Regatta, das zweite Mal Solo-Segeln überhaupt auf meinem Mini. Dieses Jahr ist alles schon ganz anders. Routinierter, entspannter. So langsam merkt man doch, dass eine gewisse Routine aufkommt. Trotzdem bleibt jede Regatta, und insbesondere jede Einhand-Regatta, aufregend!

 

Am 22. April fällt um 13:00 in der Bucht von Pornichet der Startschuss. 70 Minis an der Startlinie, dazu ein auf die Startminute genau einsetzender Windsprung von 10 auf 18kn und etwas Strom von hinten. Das Resultat: ein allgemeiner Rückruf. Der nächste Startversuch klappt besser und nach einer kurzen Startkreuz bei extrem drehendem und böigem Wind segeln wir Vorwind raus aus der Bucht. Zum Glück hatte ich das Solo-Halsen unter Spi in den letzten Wochen geübt, jetzt braucht man es.

Bei abnehmendem und anspitzendem Wind passiere ich im hinteren Teil des Feldes den Bonen du Four. Die Thermik steht gegen den Gradientwind, 70 Minis dazwischen. Segelwechsel stehen an, um das Boot noch vorwärts zu bewegen: von mittlerem Spi auf Code 5, von Code 5 auf Code 0. Dann geht es Am Wind nur unter Genua durch die Passage de la Teignouse, eine enge Passage zwischen Quiberon und der Insel Houat, in der 2-4kn Strom stehen. Zum Glück läuft der Strom noch mit, als ich mit dem letzten Abendlicht Kurs auf den Leuchtturm und Wendepunkt Birvideaux setze.

 

Alles ist vorbereitet für die Nacht. Wie vorhergesagt nimmt der Wind mit Einbruch der Dunkelheit zu. Nach dem Passieren des Leuchtturms segeln wir auf die NW-Spitze der Belle Île zu, bei 22kn Wind aus 140°TWA, Tendenz zunehmend und vorlicher drehend, entscheide ich mich gegen einen Gennaker und steuere per Hand die Wellen aus. Mit 8-10kn Speed gibt es, obwohl der Wind ablandig ist, richtige Surfs die Welle herunter.

 

Die Nacht wird nass, kalt und anstrengend. 24-27kn, Groß einreffen, Genua einreffen, noch ein Reff ins Groß. Andere Boote sind vor und hinter mir immer noch gut in Sichtweite. Auf einem tiefen Am Wind-Kurs steuert zumindest der Autopilot gut und ich kann mich mehrmals für 10min schlafen legen.

 

Als irgendwann endlich die Sonne hinter der Île d’Yeu aufgeht, kommt mir der erste Prototyp engegen – unglaublich! Ich hatte zu diesem Zeitpunkt noch 25sm bis zur Wendemarke zu segeln. Aber auch der dritte Proto hatte etwa 30sm Abstand. So einen foilenden Rundbug kann man einfach nicht vergleichen mit einer Pogo 2.

 

Mit Annäherung an Les Sables d’Olonnes und damit unsere südliche Wendemarke, nimmt der Wind zwar ab, aber es bleibt böig und eine kurze Welle stoppt minidoc gehörig. Ich will einfach nur noch um die Wendemarke Nouch Sud herum und raus aus dieser überfüllten Bucht. Fischerbojen, Angler, ein großes Laser-Trainingsfeld, das ist echtes Offshore-Segeln… Nach einigen Kreuzschlägen runde ich endlich die Tonne, halse und – der Spleiß eines Backstagblocks öffnet sich durch den Ruck des Baumes. Kein Drama, schließlich bin ich jetzt erstmal auf dem anderen Bug unterwegs. Trotzdem wird es noch ganz schön eng, da ich mit 175°TWA aus der Bucht rausfahren muss und nun erstmal auf keinen Fall mehr halsen kann.

 

Als ich endlich etwas anluven kann, repariere ich mit einem Ersatz-Block das Backstag, setze den Code 5 und versuche mich ein bisschen zu sammeln und zu erholen. An Schlaf ist trotzdem nicht zu denken, auf gleicher Höhe mit mir sind zwei andere Minis und ich steuere per Hand die Dreher und Böen aus.

Als der Wind kurz vor der Île d’Yeu abnimmt und der Winkel spitzer wird, zieht der Code 5 immer noch erstaunlich gut und neben einem älteren Proto aus meiner Trainingsgruppe in La Rochelle beobachte ich ein paar Delfine, ziehe eine Schicht Kleidung aus und lasse die Sonne alles trocknen.

 

Im Trio mit einer anderen Pogo 2 und einer Tip Top geht es Am Wind bei 8-12kn Wind in den Abend hinein und in Richtung der Ost-Spitze der Belle Île. Als der Wind im Laufe der Nacht weiter abnimmt, setze ich den Code 0 dazu, nun sind wir fast so schnell wie der Wind.

 

Gegen 06:00 morgens erreiche ich die NW-Spitze der Île de Groix, nur etwa 100m in Lee von mir ist die Pogo 2. Langsam schiebe ich mich in Luv an ihr vorbei. Ich mache zwei Kreuzschläge und bin rum um die Insel, die Pogo 2 und auch die Tip Top sind plötzlich hinter mir verschwunden.

Die Sonne geht auf und unter Code 0 geht es nun westlich an der Passage de la Teignouse sowie den Insel Houat und Hoedic vorbei. Der Code 0 zieht in dem leichten Wind wirklich gut, trotzdem halte ich lieber Abstand zu den Felsen, da der Strom bald kippen soll und mich in ihre Richtung setzen könnte. Gegen Mittag runde ich Hoedic, noch etwa 20sm bis zum Ziel. Doch der Wind schläft fast ein und dreht nach NNW. Ich bin müde und genervt. Ich habe überhaupt keinen Anhaltspunkt mehr wo die anderen sind, da die Sicht etwas diesig ist und auch auf dem AIS niemand mehr zu sehen ist. Aber eigentlich müssten noch etwa 10 Boote hinter mir sein, wenn auch verstreut und in großem Abstand.

 

Nachmittags runde ich die südliche Tonne des Bonen du Four und damit die letzte Bahnmarke. Leider fahren wir fast gar nicht mehr, der Wind kommt mit 3kn genau von hinten. Also muss der große Spi hoch. Langsam kommt wieder Wind. Noch zwei Halsen, dann bin ich in der Bucht von Pornichet angekommen. Um 17:15 überquere ich als 34. Serienboot (von 45) die Ziellinie und werde vom netten Shore-Team des CNBPP in Empfang genommen. Eine wirklich schöne und gut organisierte Regatta!

 


Überführung bei Sturm, Regatta bei Flaute

Nach einigen intensiven Wochen in La Rochelle mit Training, Theorie und Arbeiten am Boot, stand Anfang April der erste Offshore-Schlag an. Für die Regatta „Bretagne Sud Mini (BSM) Lorient“ musste ich minidoc nach Lorient überführen.

130sm solo, hauptsächlich Am Wind, 15-20kn. Keine Traumbedingungen, aber in Ordnung. Dass der Wind dann natürlich noch eine Schippe mehr drauf gelegt hat, war ein echter Aprilscherz. Zu den 3-4m Welle kamen direkt nach Passieren der Île de Ré 20-25kn NW-Wind, abends zunehmend auf 30, in Böen 35kn. Ich wurde ordentlich durchgeschüttelt, habe mich sozusagen eingeschaukelt für die Saison und fühlte mich sehr stark an meinen Qualifier-Törn letzten Sommer erinnert…

Als dann nachts um 04:00 auch noch die Brennstoffzelle aufhörte zu arbeiten und der Strom ausfiel, wurde es wirklich kalt. Bis zum Sonnenaufgang vier Stunden später musste ich aber wohl oder übel per Hand steuern. Erst dann bekam ich über das Solar-Panel wieder Strom.

Mit Erreichen der Belle Île nahmen auch Wind und Welle allmählich ab und ich hatte ein paar wirklich schöne Segelstunden zwischen der bretonischen Inselwelt. Auch eine italienische Pogo 3, die zeitgleich mit mir in La Rochelle gestartet war, kam wieder in Sichtweite und gegen 18:00 machte ich nur 20 Minuten nach ihr fest. Nicht schlecht für eine Pogo 2 ;-)

 

Nun begann die Vorbereitung für die erste Regatta des Jahres, zu der ich gemeinsam mit Sverre Reinke startete. Mit dem Einbau eines neuen Funkgeräts, der Vorbereitung der 6 (!) möglichen Regattakurse und einigen kleineren Arbeiten am Boot gingen die drei Tage schnell um. Beim Skippers Meeting am Abend vor dem Start wurde dann noch ein 7.Kurs herausgegeben, der sollte es wegen der flauen Windverhältnisse werden. Aus geplanten 150sm wurden auf dem Papier 115sm mit der Option einer Bahnabkürzung nach etwa 85sm. Auch dieser Kurs war noch zu lang.

 

Nach einem mittelmäßigen Start an der mit 60 Minis recht vollen Startlinie konnten wir eine gute Startkreuz bei 8kn Wind, flachem Wasser und Sonne fahren. Anschließend ging es Vorwind zur NW-Spitze der Île de Groix und anschließend Am Wind weiter nach Quiberon. Wir konnten einige Boote aufholen und warteten auf den angesagten Rechtsdreher. Stattdessen nahm der Wind aber immer weiter ab. Bei 2kn Wind kann man mit Code 0 noch einigermaßen segeln, doch alles darunter wird wirklich schwierig… In der fünfstündigen Flaute schob sich das ganze Feld zusammen, die Ersten wurden Letzte und die Letzten Erste. Zweiter Start also.

Diesmal erwischten wir als eines der ersten Boote wieder Wind und rundeten mit dem letzten Tageslicht die Bahnmarke. In Richtung der Glénans konnten wir zumindest drei Stunden schönstes Vorwind-Segeln unter Sternenhimmel und Vollmond genießen. Gegen Mitternacht nahm der Wind wieder ab. Bei weniger als 1kn blieb es dann auch bis 07:00 morgens. Eine anstrengende Nacht, die gehörig an den Nerven zerrte.

Beim Einsetzen des neuen Windes hatten wir diesmal leider weniger Glück. Der Großteil des Feldes bekam früher Wind und zog an uns vorbei. Frustrierend. Wir erkreuzten uns den Weg zur Wendemarke durch einen diffusen Morgennebel und konnten mittags endlich abfallen und mit großem Gennaker in Richtung Lorient fahren. Auf den letzten Meilen gab es nochmal einige Matchraces mit anderen Minis und dann die erhoffte Bahnabkürzung. Als 44. Von 60 Booten wurden wir dort gezeitet.

 

Ein seltsames Rennen, das ich auf Grund der Flauten und des großen Zufallsfaktors irgendwie nicht richtig ernst nehmen konnte. So hat das BSM seinem Namen als Regatta mit Extrembedingungen wieder alle Ehre gemacht: letztes Jahr Sturm, dieses Jahr Flaute.

 

Da das geplante „Spi Ouest“ auf Grund zu geringer Meldezahlen im Mini 6.50 ausfällt, werden wir über Ostern ein wenig die südbretonischen Häfen und Inseln erkunden und minidoc langsam nach Pornichet überführen, wo am 22.4. das „Pornichet Sélect“ startet.


"Auf dem Weg zur Mini Transat" im aktuellen Segelradio-Podcast!

 

Hinnerk Weiler hat vor einiger Zeit das "Segelradio" ins Leben gerufen. Dort lädt er immer wieder Gäste zu ein, um über ein bestimmtes Thema rund um den Wassersport zu erzählen. In der aktuellen Folge berichte ich über meinen seglerischen und persönlichen Weg zur Mini Transat. Hört doch rein in voller Länge: http://www.segelradio.de/lina-rixgens-segelt-mini-6-50/

Vielen Dank für diese Möglichkeit und das nette Gespräch Hinnerk!


Neue Segelgarderobe von OneSails

 

 

Als neuen Segelsponsor konnte ich großartiger Weise OneSails gewinnen. Die Segelmacherei aus Travemünde (früher „Haase Segel“) wird meinem Mini in Kürze eine neue Garderobe schneidern und ich freue mich auf eine tolle Zusammenarbeit mit Marco Haase und seinem Team! Ein erstes, vielversprechendes Treffen fand auf der boot Düsseldorf statt.

mit den Segelmachern Flavio Formosa (l.) und Marco Haase (r.) auf der boot Düsseldorf, (c) OneSails
mit den Segelmachern Flavio Formosa (l.) und Marco Haase (r.) auf der boot Düsseldorf, (c) OneSails

German Offshore Award - stimmungsvolle Ehrung in Hamburg

Tausche Ölzeug gegen Cocktailkleid!

Am 24. Februar fand im Hamburger Rathaus die diesjährige Verleihung des "German Offshore Awards" statt. Zum zehnten Mal organisierte die German Offshore Owners Association diesen Festabend, um die beste Regatta-Crew Deutschlands zu ehren.

In diesem ehrwürdigen Rahmen wurde mir der "Wehring&Wolfes Jugendpreis" für meine Saison 2016 im Mini 6.50 und die Qualifikation zur Mini Transat verliehen. Das bestärkt mich darin, genau so weiter zu machen wie bisher. Es war ein sehr stimmungsvoller Abend mit guten anschließenden Gesprächen und ich fühle mich wirklich geehrt, in einem solch historischen Gebäude eine Rede gehalten haben zu dürfen. Vielen Dank!

 

Mehr Fotos in Kürze hier: www.ger-oo.org


Start in die Transat-Saison mit neuen Partnern

Die Messesaison ist zu Ende, jetzt geht es wieder auf's Wasser! Eine aufregende Saison wartet auf ihren Beginn.

Ende Januar hatte ich auf der Segel-Center-Bühne der "boot Düsseldorf" die Möglichkeit, über mein Projekt zu berichten. Außerdem durften natürlich Besuche auf den Ständen neuer und alter Sponsoren nicht fehlen: so war es zum Beispiel klasse, Rossi von Tye Tec kennen zu lernen, der mir alles über ihre Dyneema basierten Loop-Produkte erzählte. Ich bin schon sehr gespannt darauf, die Blöcke und Hauls auf meinem Mini auszuprobieren!

 

Von meinem Studium bin ich seit einigen Wochen frei gestellt, sodass ich mich jetzt wirklich 100%ig auf das Segeln konzentrieren kann. Manchmal ein großer Sprung von der Medizinstudentin zur Vollzeit-Seglerin...

Mein Boot konnte ich nach einem neuen Antifouling-Anstrich wieder in La Rochelle ins Wasser kranen und es scharrt bereits mit den Leinen, um in den nächsten Wochen möglichst viel bewegt zu werden.

 

Hier meine Regattaplanung der Saison 2017:

05.-09.04.17 Bretagne Sud Mini Lorient (150sm, zweihand)

14.-17.04.17 Spi Ouest, La Trinité Sur Mer (Tageswettfahrten, zweihand)

18.-25.04.17 Pornichet Sélect, Pornichet (300sm, einhand)

06.-14.05.17 Mini en Mai, La Trinité sur Mer (500sm, einhand)

06.-10.06.17 Trophée Marie Agnès Péron, Douarnenez (220sm, einhand)

13.-24.06.17 Mini Fastnet, Douarnenez (600sm, zweihand)

26.07.-09.08.17 Transgascogne, Les Sables d'Olonnes (600sm, 2 Etappen, zweihand)

01.10.17 Start 1.Etappe Mini Transat, La Rochelle -> Gran Canaria (einhand)

30.10.17 Start 2.Etappe Mini Transat, Gran Canaria -> Martinique (einhand)

 


Angemeldet für die Mini Transat 2017

Am 3. Dezember wurde in Paris die Anmeldung zur Mini Transat 2017 eröffnet! Nach der Jahreshauptversammlung der Classe Mini strömten alle zum Salon Nautique, der größten Bootsmesse Frankreichs, wo jeder am Stand der Agglomération La Rochelle sein Anmeldeformular abgeben konnte. Meine Anmeldung mit minidoc/732 ist komplett, die Qualifikationskriterien habe ich erfüllt - und die erste Meldeliste ist erschienen. Dieses Jahr ist der Ansturm in der Serienbootkategorie enorm, nach einer Woche hatten sich insgesamt bereits 87 Segler angemeldet, 84 Plätze gibt es. Da die Plätze nach Prototypen und Serienbooten aufgeteilt werden und jede Kategorie erst einmal die gleiche Anzahl an Plätzen bekommt, bin ich vorerst auf Platz 5 der Warteliste der Serienboote gelandet. Das mindert meine Motivation für die kommende Saison allerdings kein bisschen und ich bin sicher, an der Startlinie der Mini Transat sein zu können! Hinter mir warten noch mindestens 20 Boote darauf, ebenfalls reinzukommen... Verfolgt das Ganze hier: www.minitransat.fr

 

Bevor ich in Paris war, führte mich meine Hauptstadt-Tour nach Berlin. Dort fand vom 24.-27.11. die boot und fun Bootsmesse statt. Zur Gala-Nacht der Boote, einer stimmungsvollen Auftaktveranstaltung, konnte ich vielen Mitgliedern des Vereins Seglerhaus am Wannsee (VSaW) von meinem Vorhaben erzählen. Außerdem stand ich jeden Tag auf der Bühne und stand auch dort Moderator und Besuchern Rede und Antwort.


Von Trans-Ocean für Projekt und Qualifikation ausgezeichnet

Während ich in La Rochelle am letzten Training der Saison teilnahm und ein großes Tiefdruckgebiet stürmische Bedingungen brachte, wurden in Cuxhaven die Jahresehrungen des Hochseeseglervereins Trans-Ocean verliehen. Leider konnte ich daher nicht persönlich vor Ort sein als ich mit dem Zinnbecher ausgezeichnet wurde. Ich fühle mich sehr geehrt, diese Auszeichnung erhalten zu haben! Der Zinnbecher wird für besondere Leistungen bei Hochseeregatten vergeben. Ich habe ihn für meine Qualifikation zur Mini Transat erhalten. Das ist eine tolle Bestätigung nach dieser Einstiegssaison!

 

Das Trainingswochenende mit dem Pôle Mini La Rochelle hat noch einmal tolle Surfs mit bis zu 13,5kn Speed gebracht. Auch an Land begann die Ausbildung mit einem Wetter-Seminar durch den in der französischen Hochseeregattaszene sehr gut bekannten Meteorologen Jean-Yves Bernot.

Meinen Mini habe ich nun in einen kurzen Winterschlaf versetzt, es rufen Messen in Berlin, Paris und Düsseldorf, sowie die letzten Uni-Klausuren vor meiner Studiumspause. Anfang Februar geht es dann in La Rochelle weiter.


Herzlichen Dank für eine große Unterstützung meines Projekts durch den Kölner Yacht Club!

Scheckübergabe auf dem Clubfest des Kölner Yacht Clubs durch den Vorstand, (c) Hillebrand
Scheckübergabe auf dem Clubfest des Kölner Yacht Clubs durch den Vorstand, (c) Hillebrand

Qualifikation zur Mini Transat geschafft!

Start zum Mini Barcelona
Start zum Mini Barcelona

Die letzte Regatta der Saison ist geschafft! An meinem Geburstag, dem 7. Oktober, fiel mittags der Startschuss des "Mini Barcelonas". 21 Skipper gingen bei dem einhand gesegelten Rennen vor der Skyline der katalanischen Hauptstadt an den Start.

 

Bei traumhaften Bedingungen ging es Am Wind raus auf's Mittelmeer, 100sm in Richtung Menorca lagen vor uns. In der Nacht braute sich ein Gewitter zusammen, nicht das letzte auf dieser Regatta... Nach 6 Stunden Flaute, in der das Feld noch ziemlich nah zusammen war, ging es los mit Blitz, Donner, Regen und: Wind. Wie angekündigt drehte der Wind von S auf NE und nahm auf etwa 25kn zu. Seit dem Start muss ich leider auf jegliche Windinformationen verzichten und so steuert auch der Autopilot mehr schlecht als recht im Apparent-wind-mode. Irgendwann zwischen Mastcheck und Start habe ich das Rädchen des nke-Anemometers verloren - ärgerlich. Anscheinend hatten die meisten Boote vor mir den frischen Wind bekommen, sodass ich mich ziemlich weit hinten im Feld wiederfand.

Den ganzen zweiten Tag über blieb es ruppig und meist grau, viele Wellen kamen über. Dafür kamen wir aber mit 7-8kn voran, sodass ich kurz vor Sonnenuntergang unseren südlichen Wegpunkt erreicht hatte und vor dem Wind zwischen Menorca und der vorgelagerten Isla del Aire durchhalsen konnte. Nun war die Stunde des Code 5 gekommen und bei herrlichen Bedingungen segelte ich mit halbem Wind entlang der Südküste, immer in Sichtweite einer anderen Pogo 2.

Mit der Nacht machte sich leider auch das nächste Gewitter auf den Weg zu uns, den Gennaker wollte ich dann gerne unten haben und wir hatten eh bald die letzte Inselspitze erreicht und müssten anluven. Mit zunehmendem Wind ging es also Am Wind in die zweite Nacht hinein, 85sm zurück nach Barcelona. Für meinen Geschmack viel zu nahe Blitze hielten mich fast die ganze Nacht wach, doch zumindest hatten wir wieder viel Wind und rauschten trotz zwei Reffs im Groß und einem in der Genua mit 8kn in die richtige Richtung. Sommerliches Mittelmeersegeln sieht anders aus, das Ölzeug hatte ich seit der ersten Nacht nicht mehr ausgezogen. Aber so flott durfte es trotzdem gerne weitergehen. Wenn alles so bliebe, wäre ich gegen 16:00 im Ziel...

 

So sollte man besser nicht denken. Für die letzten 13sm brauchte ich geschlagene 7 Stunden! Es war zum verrückt werden. Links und rechts von Barcelona hatten sich wieder riesige Gewitterwände aufgetürmt, den Gennaker barg ich vorsichtshalber lieber wieder. Die schätzungsweise 5kn Wind, die noch blieben, kamen natürlich genau von hinten. Dazu eine Restwelle, die beinahe jegliche Fahrt aus dem Boot nahm. Vor dem Wind kreuzte ich also so tief fahrend wie möglich, alles Gewicht nach Lee gestaut. Wenigstens war ich nicht allein: voraus kam ein Proto langsam näher, hinter mir kam die Pogo 2 nicht dichter. Nach zähen Stunden brachten die Gewitterwolken endlich etwas Wind und ich passierte lange nach Sonnenuntergang die letzte Tonne.

Die restlichen 3sm bis zur Ziellinie führten direkt am Strand und somit an der Innenstadt Barcelonas vorbei, eine coole Atmosphäre. Mit dem Prototypen leistete ich mir noch einen spannenden Zweikampf in der Flaute und mit einem Feuerwerk im Hintergrund trieben wir gegen 23:00 endlich über die Ziellinie - er eine halbe Bootslänge vor mir. Trotzdem ein schöner Abschluss eines nicht ganz einfachen Rennens.

 

Für mich ging es in erster Linie darum, diese Regatta zu Ende zu segeln und innerhalb des Zeitlimits ins Ziel zu kommen. Das ist gelungen und somit habe ich jetzt alle Qualifikationskriterien für die Mini Transat zusammen: 1000sm innerhalb von Regatten, sowie 1000sm außerhalb von Regatten. Das Saisonziel ist also erreicht!!

Bald fangen die Trainings in La Rochelle an, dann geht es nicht mehr "nur" darum, anzukommen, sondern das Boot schnell zu machen!


Up to the sky - and the sea.

Mit up to the sky hat mein Projekt einen Sponsor der anderen Art gewonnen: von nun an bin ich Markenbotschafterin für koffeinhaltige Fruchtgummis!
Als Studentin und Einhand-Hochseeseglerin werde ich sie bestimmt sowohl an Land, als auch auf dem Wasser willkommen heißen.

Wer steckt dahinter? Up to the sky ist ein junges Startup aus Hamburg, dessen Gründer Bea und Jan eine tolle Alternative zu Kaffee, Cola oder Energy-Drinks gefunden haben. In drei verschiedenen Stärken, Geschmacksrichtungen und Farben sind die Fruchtgummis zu haben, der Koffein-Gehalt wird am Up-o-Meter angezeigt.

 

Beim "Mini Barcelona", meiner letzten Regatta in dieser Saison, werde ich sie das erste Mal auf See testen! Wenn ihr sie auch probieren wollt, hier geht’s zum Shop von up to the sky.

 

Zum "Mini Barcelona" werden am 07.10. um 13:00 21 Skipper an den Start dieser 300sm langen Einhand-Regatta gehen. Der Kurs führt uns von Barcelona im Uhrzeigersinn um Menorca herum und wieder zurück in die katalanische Hauptstadt.

Ein GPS-Tracking zum live Verfolgen der Regatta gibt es hier.


Reederei Riedel in Zukunft auch auf dem Atlantik unterwegs - neuer Sponsor an Bord!

Ich freue mich sehr, gemeinsam mit der Berliner Reederei Riedel den letzten Teil der Saison 2016 und dann das Mini Transat-Jahr 2017 angehen zu können!

Wer demnächst eine Stadtrundfahrt per Boot auf der Spree erleben oder für ein Event das erste solarbetriebene Fahrgastschiff in Berlin mieten möchte: schaut rein bei einer der größten Berliner Reedereien!

 


7. Platz beim Mare Nostrum - 500sm sind geloggt

(c) blondsign by Eike Schurr
(c) blondsign by Eike Schurr
Lina und Sverre, (c) blondsign by Eike Schurr
Lina und Sverre, (c) blondsign by Eike Schurr

Am 26.08. fiel vor der spanischen Küste der Startschuss zur vom Club Nautic Garraf ausgerichteten Regatta „Mare Nostrum“. Die 15 Mini 6.50 (3 Protos, 12 Serienboote) wurden zweihand gesegelt. Mit Sverre Reinke als meinem Co-Skipper gingen zwei Europe-Segler an Bord der „minidoc“ dieses 500sm lange Rennen an. Der Kurs führte uns vom etwa 20 km südlich von Barcelona liegenden Garraf aus im Uhrzeigersinn um die Balearen herum und zurück nach Garraf. Es war ein gemischtes Teilnehmerfeld mit Franzosen, Spaniern, Italienern, einem tschechischen und einem deutschen Team; dabei waren sowohl relative Newcomer, als auch Profisegler, die schon ein Volvo Ocean Race hinter sich haben.

 

Bereits am Anfang der Regatta erwartete uns die für das Mittelmeer so typische Flaute: Nach dem Start und einem 15sm langen Up-and-down vor der Küste nahm der Wind nach anfänglichen 8kn zum Abend hin ab. Die Lichter von Garraf und Barcelona entfernten sich nachts kaum. Schlagen der Segel, unter Code 0 möglichst noch ein bisschen Fahrt machen, versuchen trotzdem im Wechsel zu schlafen. Wir hielten uns links der Flotte und konnten uns so Stunde für Stunde etwas vorschieben.

 

Nach 15 Stunden Flaute kam am nächsten Mittag langsam wieder Wind auf, sodass wir weiterhin unter Code 0 Strecke nach Menorca gut machen konnten. Einige Boote wählten einen tieferen Kurs, waren daher schneller unterwegs und verwiesen uns langsam aber sicher auf die hinteren Plätze. Enttäuschend, aber weiter ging’s. Das Rennen ist erst im Ziel vorbei.

 

Nach einer kurzen Kreuz direkt unter der Küste unserer ersten Baleareninsel passierten wir nach 50 Stunden unseren ersten Wegpunkt, die Isla del Aire. Am Wind ging es in unsere dritte Nacht hinein, das nächste Etappenziel war die 80sm entfernte Insel Cabrera, südlich von Mallorca. Während die Lichter Mallorcas Steuerbord an uns vorbeizogen, drehte der Wind und wir konnten unseren Code 5 setzen. Als wir im Morgengrauen das felsige Cabrera passierten, wechselten wir bei abnehmendem Wind auf den großen Spinnaker. Dieser begleitete uns den ganzen kommenden Tag über, während wir vor dem Wind nach Formentera kreuzten.

 

Einige Minis waren immer in Sichtweite und am Nachmittag hatten wir uns so weit an eine andere Pogo 2 herangearbeitet, dass wir einige Stunden lang in Rufreichweite ein richtiges Kopf-an-Kopf-Rennen fuhren, welches wir kurz vor der SW-Spitze Formenteras gewannen. Damit begann unsere Aufholjagd! In Lee der Insel ging gegen Mitternacht der Code 0 hoch und bei 10kn Wind rauschten wir unter einem tollen Sternenhimmel auf flachem Wasser mit durchschnittlich 8kn Fahrt durch die Nacht.

 

Unser 5. Tag auf See brachte ausnahmsweise einmal mehr Wind und wir machten weiterhin Strecke gut auf dem Weg zur Inselgruppe Columbretes. Mittags passierten wir auch diesen dritten und damit letzten Wegpunkt. Während sich viele Boote lange unter der spanischen Küste aufhielten, segelten wir mit gutem Speed direkt in Richtung Garraf, wodurch wir wieder ordentlich aufholten und den Anschluss an das Hauptfeld fanden. Eine dunkle Nacht mit wenig Schlaf, zwischendurch noch weniger Wind und dafür vielen Segelwechseln lag vor uns. Doch es zahlte sich aus: nach einer weiteren Flaute am Morgen knapp vor der Ziellinie überholten wir noch zwei weitere Boote. Nach knapp 5 Tagen und 600 gesegelten Seemeilen überquerten wir als 7.Serienboot die Ziellinie. Damit waren wir auf dem 2. Platz der intern verbreiteten Wertung der Boote älterer Generation gelandet

 

Eine Regatta, bei der man statt mit Kälte und Nässe mit Hitze und Sonne klar kommen muss, war ein absoluter Kontrast zu meinen bisherigen Mini-Erfahrungen am Atlantik. Gerade durch das Segeln auf geringer Distanz zu anderen Booten war die Lernkurve enorm, sodass wir den Bootstrimm und damit auch unsere Geschwindigkeit immer besser anpassen konnten.

Ganz herzlichen Dank an den Club Nautic Garraf, der sich riesig ins Zeug gelegt hat und eine wirklich tolle und für das nächste Jahr sehr empfehlenswerte Veranstaltung auf die Beine gestellt hat!

 

Am 26.08. fiel vor der spanischen Küste der Startschuss zur vom Club Nautic Garraf ausgerichteten Regatta „Mare Nostrum“. Die 15 Mini 6.50 (3 Protos, 12 Serienboote) wurden zweihand gesegelt. Mit Sverre Reinke als meinem Co-Skipper gingen zwei Europe-Segler an Bord der „minidoc“ dieses 500sm lange Rennen an. Der Kurs führte uns vom etwa 20 km südlich von Barcelona liegenden Garraf aus im Uhrzeigersinn um die Balearen herum und zurück nach Garraf. Es war ein gemischtes Teilnehmerfeld mit Franzosen, Spaniern, Italienern, einem tschechischen und einem deutschen Team; dabei waren sowohl relative Newcomer, als auch Profisegler, die schon ein Volvo Ocean Race hinter sich haben.

 

Bereits am Anfang der Regatta erwartete uns die für das Mittelmeer so typische Flaute: Nach dem Start und einem 15sm langen Up-and-down vor der Küste nahm der Wind nach anfänglichen 8kn zum Abend hin ab. Die Lichter von Garraf und Barcelona entfernten sich nachts kaum. Schlagen der Segel, unter Code 0 möglichst noch ein bisschen Fahrt machen, versuchen trotzdem im Wechsel zu schlafen. Wir hielten uns links der Flotte und konnten uns so Stunde für Stunde etwas vorschieben.

 

Nach 15 Stunden Flaute kam am nächsten Mittag langsam wieder Wind auf, sodass wir weiterhin unter Code 0 Strecke nach Menorca gut machen konnten. Einige Boote wählten einen tieferen Kurs, waren daher schneller unterwegs und verwiesen uns langsam aber sicher auf die hinteren Plätze. Enttäuschend, aber weiter ging’s. Das Rennen ist erst im Ziel vorbei.

 

Nach einer kurzen Kreuz direkt unter der Küste unserer ersten Baleareninsel passierten wir nach 50 Stunden unseren ersten Wegpunkt, die Isla del Aire. Am Wind ging es in unsere dritte Nacht hinein, das nächste Etappenziel war die 80sm entfernte Insel Cabrera, südlich von Mallorca. Während die Lichter Mallorcas Steuerbord an uns vorbeizogen, drehte der Wind und wir konnten unseren Code 5 setzen. Als wir im Morgengrauen das felsige Cabrera passierten, wechselten wir bei abnehmendem Wind auf den großen Spinnaker. Dieser begleitete uns den ganzen kommenden Tag über, während wir vor dem Wind nach Formentera kreuzten.

 

Einige Minis waren immer in Sichtweite und am Nachmittag hatten wir uns so weit an eine andere Pogo 2 herangearbeitet, dass wir einige Stunden lang in Rufreichweite ein richtiges Kopf-an-Kopf-Rennen fuhren, welches wir kurz vor der SW-Spitze Formenteras gewannen. Damit begann unsere Aufholjagd! In Lee der Insel ging gegen Mitternacht der Code 0 hoch und bei 10kn Wind rauschten wir unter einem tollen Sternenhimmel auf flachem Wasser mit durchschnittlich 8kn Fahrt durch die Nacht.

 

Unser 5. Tag auf See brachte ausnahmsweise einmal mehr Wind und wir machten weiterhin Strecke gut auf dem Weg zur Inselgruppe Columbretes. Mittags passierten wir auch diesen dritten und damit letzten Wegpunkt. Während sich viele Boote lange unter der spanischen Küste aufhielten, segelten wir mit gutem Speed direkt in Richtung Garraf, wodurch wir wieder ordentlich aufholten und den Anschluss an das Hauptfeld fanden. Eine dunkle Nacht mit wenig Schlaf, zwischendurch noch weniger Wind und dafür vielen Segelwechseln lag vor uns. Doch es zahlte sich aus: nach einer weiteren Flaute am Morgen knapp vor der Ziellinie überholten wir noch zwei weitere Boote. Nach knapp 5 Tagen und 600 gesegelten Seemeilen überquerten wir als 7.Serienboot die Ziellinie. Damit waren wir auf dem 2. Platz der intern verbreiteten Wertung der Boote älterer Generation gelandet

 

Eine Regatta, bei der man statt mit Kälte und Nässe mit Hitze und Sonne klar kommen muss, war ein absoluter Kontrast zu meinen bisherigen Mini-Erfahrungen am Atlantik. Gerade durch das Segeln auf geringer Distanz zu anderen Booten war die Lernkurve enorm, sodass wir den Bootstrimm und damit auch unsere Geschwindigkeit immer besser anpassen konnten.

Ganz herzlichen Dank an den Club Nautic Garraf, der sich riesig ins Zeug gelegt hat und eine wirklich tolle und für das nächste Jahr sehr empfehlenswerte Veranstaltung auf die Beine gestellt hat!

 


Qualifier geschafft!!

Ich hab’s geschafft! Nach 9,5 Tagen und 1188sm habe ich wieder im Hafen von la Rochelle fest gemacht und erfolgreich meinen Qualifier beendet. Damit ist ein großer Schritt für die Qualifikation zur Mini Transat getan. Es war ein harter und anstrengender Törn, der mich um viele Erfahrungen reicher gemacht, noch mehr mit dem Boot verbunden und mir noch stärker als die letzte Regatta vor Augen geführt hat, welche Schwierigkeiten das Einhandsegeln birgt.

 

Nach einer Woche intensiver Vorbereitung inklusive Unterwasserschiffarbeiten legte ich am 26.07. in La Rochelle bei Sommerwetter ab. Mein Kurs führte mich bei zunehmendem Wind südlich der Île de Ré bis zum Plateau de Rochebonne, meiner ersten Bahnmarke. Anschließend folgten drei lange, graue, einsame Tage Am Wind weit ab von der Küste bis zur Île d’Ouessant, die den Eingang zum Ärmelkanal markierte. In der Nacht des dritten Tages passierte ich bei 18kn Wind das Verkehrstrennungsgebiet Ouessant und den Rest des Kanals. Bei der Annäherung an Land’s End und die Scilly Islands besserte sich das Wetter: der Wind nahm, wenn auch noch sehr böig, auf 10kn ab und die Sonne kam hervor. Die Irische See bot mir unbeständigen Wind, sodass ich erst eine Nacht lang kreuzen musste, bevor sich der NW-Wind durchsetzte und ich direkten Kurs auf meine nördliche Wendemarke, die irische Tonne Coningbeg, fahren konnte.

 

Am Morgen des 6. Tages rundete ich Coningbeg. Nun ging es wirklich zurück. Doch statt eines schnellen Raumschotskurses erwarteten mich zwei Tage Starkwind mit 30-40kn Wind und 3-4m Welle im Kanal. Eine echte Probe, sowohl für mich, als auch für das Boot. Müde passierte ich am Abend des 8. Tages erneut das Verkehrstrennungsgbiet Ouessant und näherte mich bei langsam etwas abnehmendem Wind der französischen Küste.

Doch auch die letzten 180sm hatten es nochmal in sich. Anfangs ging es unter Sturmfock und mit drittem Reff im Groß noch flott mit 7-10kn voran, doch nachts nahm der Wind ab und kam genau von hinten, sodass ich am Morgen des 10. Tages immer noch 60sm vor mir hatte. Nach Flaute und Regen wurde es jedoch endlich besser, sodass ich die letzten Stunden bei herrlichem Wetter und 8-10kn an Les Sables d’Olonnes und schließlich an der Île de Ré entlang segeln konnte. Abends passierte ich mit dem Pont de Ré (der Brücke zwischen La Rochelle und Île de Ré) meine letzte Bahnmarke und machte gegen 22:30 am 03.08. sehr erschöpft, aber glücklich diesen wichtigen Schritt geschafft zu haben, wieder im Hafen von La Rochelle fest.

 

Ich möchte an dieser Stelle ALLEN, die mich bis hierhin unterstützt und mich auf meinem Qualifier begleitet haben, herzlich danken! Eure Nachrichten, Aufmunterungen und Glückwünsche waren klasse und haben mir enorm geholfen!

 

Vielen Dank insbesondere an Global Safe Track und Prote Gear, die es euch ermöglicht haben, mir per GPS Tracker zu folgen und es mir möglich gemacht haben, während des gesamten Törns Kontakt zum Land zu halten!

Ein mindestens genau so großes Dankeschön geht an meine Familie für Ihren Support und den netten Empfang, sowie an Sverre für die Wetterinformationen und die moralische Unterstützung!

 


Start zum Qualifier: 1000sm solo und nonstop

Der Höhepunkt der Saison steht an:

1000sm solo und nonstop von La Rochelle nach Irland und zurück. Diesen Qualifikationstörn außerhalb von Regatten fordert die Classe Mini, um sich optimal auf die Bedingungen und insbesondere auf die Abgeschiedenheit bei der Mini Transat vorzubereiten.

 

Die Vorbereitungen darauf werden Dank neuer Projektpartner bestmöglich unterstützt:

Teufelberger hat mir mit Tauwerk von FSE Robline zu einem Satz großartiger neuer Leinen verholfen. Und Dank der Produkte von International Farbenwerke wird mein Boot in Kürze frisch poliert und mit neuem Antifouling erstrahlen.

 

Großartig sind auch weitere Sponsoren für Produkte, die größtenteils unter Deck verwendet werden: Mit einem neuen Jetboil habe ich für meinen Qualifier und alle Regatten, die danach folgen werden, einen absolut praktischen und sicheren Gaskocher, der mir auch bei widrigen Bedingungen warme Mahlzeiten garantiert.

Und da natürlich auch etwas benötigt wird, das mit dem heißen Wasser aufgegossen wird, bin ich sehr froh LYOFOOD als Unterstützer gewonnen zu haben. Das junge Unternehmen aus Köln stellt gefriergetrocknete Nahrung aus 100% natürlichen Zutaten her – absolut lecker!

Für noch mehr Ordnung an und unter Deck von „mini doc“ sorgen von nun an Fallentaschen und Seesäcke von Neptunesail aus Schleswig.

 

Bei Regatten der Classe Mini ist die Kommunikation sehr eingeschränkt, Handys, Laptops und Satellitentelefone sind verboten. Um dort trotzdem maximale Sicherheit zu gewährleisten, werde ich nun mit den SEAANGEL-Produkten gesponsert. Die österreichische Firma FT-TEC hat eine ganze Palette an personal-AIS und personal-EPIRBs (PLB) entwickelt. Mit einem personal-AIS ausgestattet wird nun nicht nur mein Boot per AIS sichtbar sein, sondern auch ich kann im Seenotfall lokalisiert werden.

 

Anders sieht die Kommunikation beim Qualifier aus. Hierbei gibt es keine Einschränkungen. Ihr werdet mich also, außer über AIS, die ganze Zeit über einen GPS-Tracker verfolgen können. Ein InReach Explorer- Leihgerät wird mir durch die Firma Global Safe Track für diesen Törn zur Verfügung gestellt, worüber ich mich sehr freue. Neben dem Tracking kann ich euch auch zwischendurch auf dem Laufenden halten: der InReach hat eine Nachrichten-Funktion über Iridium/Satellit!

 

Wenn in der weiteren Vorbereitung alles gut geht und die Wettervorhersage mir keinen Strich durch die Rechnung macht, werde ich in der Woche des 25.07. zu meinem Qualifier starten. Nach 7-12 Tagen sollte ich wieder zurück sein.

 

Hier der Link zum GPS-Tracking: https://my.protegear.net/tripview/show?trip=7b509c87-0f76-4697-a677-bcfc0817f77f&track=all&info=all

 


Erste Pressekonferenz zur Mini Transat 2017

In La Rochelle fand die erste Pressekonferenz zur Mini Transat 2017 statt!

Start zur ersten Etappe La Rochelle - Las Palmas (Gran Canaria) wird am 1.Oktober sein, Start zur zweiten Etappe Las Palmas - Le Marin (Martinique) Ende Oktober. Mitte/Ende November werden die Minis dann in der Karibik erwartet.

Weitere Infos des Veranstalters (auf französisch) hier: Mini Transat 2017

 

Wie geht es für mich weiter diese Saison?

Krankheitsbedingt konnte ich leider nicht am Mini Fastnet (600sm doublehanded) teilnehmen. Um trotzdem meine Qualifikation zur Mini Transat dieses Jahr zu sichern, werde ich im Mittelmeer Ende August an der 500sm langen Regatta "Mare Nostrum" (doublehanded) und Anfang Oktober am 300sm langen "Mini Barcelona" (solo) teilnehmen. Doch vorher steht der Qualifier-Törn an: 1000sm solo und nonstop von La Rochelle hoch in die Irische See und zurück. Minidoc ist nun für einige kleine Reparaturen und Optimierungen, sowie einen Antifouling-Anstrich an Land - Ende Juli soll es losgehen.

 

Wie ihr auf meiner Was fehlt-Liste sehen könnt, bin ich weiterhin auf der Suche nach einigen Dingen: Wer kann mir mit folgenden Dingen weiterhelfen?

 

  • Leih/Mietwagen (15.8.-5.9., 1.-12.10.)
  • Tankgutscheine
  • Unterkunft in der Nähe von Garraf/Sitges, Spanien zur Regatta Mare Nostrum (20.8.-4.9.)
  • Unterkunft in Barcelona zur Regatta Mini Barcelona (3.-10.10.)
  • Seekarten für das Gebiet Costa Brava und Balearen (leihweise!!)

Ihr würdet mir enorm weiterhelfen!


Angekommen im neuen Gast-Heimathafen La Rochelle!

Direkt im Anschluss an das Pornichet Select überführte ich meinen Mini zusammen mit meinem Bruder nach La Rochelle. Die Tour war eine wahrhafte Wiederholung meiner Regatta: zu erst 3 Stunden Flaute, dann Wind genau von hinten und zügiges Vorankommen unter Spi max und die restlichen 40sm kreuzen bei anfangs 15, später bis zu 25-30kn Wind. Es zog sich ein bisschen in die Länge...

nach 110 gesegelten Seemeilen machten wir nach ungefähr 24h im riesigen Sportboothafen von La Rochelle fest. Hatten wir in der Nacht noch gefroren, war jetzt Sommerwetter in T-Shirt und kurzer Hose angesagt. Super für ein ausführliches Großreinschiff.

Nun sind mein Boot und ich also angekommen in meiner zukünftigen "Basis". Ich bin sehr froh, dass ich mich für das Trainingszentrum in La Rochelle entschieden habe. An Land und auf dem Wasser zwischen La Rochelle und der Île de Ré gefällt es mir großartig und ich freue mich schon auf die ersten Trainings im Herbst.

Als nächstes steht Mitte Juni das "Mini Fastnet" an, doch bis dahin muss ich erst einmal vier Wochen Uni-Klausuren hinter mich bringen.

 

Inzwischen hatte ich ein bisschen Zeit und konnte mich der Design-Seite zuwenden: die ersten Aufkleber sind drauf!

Vielen Dank an MUSTO und FRISCH - ihr ward von Anfang an dabei und nun seid ihr endlich auch so richtig an Bord!

Und zu jedem Boot gehört natürlich auch ein Name...ich stelle euch vor: mini doc


Erste Solo-Regatta erfolgreich beendet!!

Pornichet Sélect, 27.04.-04.05., 300sm

Ich habe erfolgreich meine erste Einhand-Regatta beendet!! Mit der „Pornichet Select“ ging es auf einem 300sm langen Kurs von Pornichet in der Südbretagne aus um zahlreiche Inseln herum nach Les Sables d'Olonnes und zurück. Nach 3s 12h 35min überquerte ich nachts als 41. Serienboot (von 51) die Ziellinie.

 

Nach der Überführung von Lorient nach Pornichet, meiner ersten Solo-Tour, vergingen die Tage bis zum Start der Regatta rasend schnell. Bereits am erstmöglichen Tag hatte ich ohne große Probleme Anmeldung und Sicherheitskontrolle hinter mich gebracht und nach einiger Sucherei und Hilfe meines Trainers Jean Saucet hatte ich auch eine passende neue UKW-Antenne gefunden. Somit standen dem Start nur noch ein Mastgang, ein Tauchgang und ein Feintuning der Navigation im Wege.

Mein Tracking der Pornichet Select: viel zick-zack...
Mein Tracking der Pornichet Select: viel zick-zack...

Am 30. April fiel um 13:00 der Start zu meiner ersten Einhand-Regatta. Sicher war ich aufgeregt, aber sobald der Startschuss gefallen war und wir unterwegs waren, war das vorbei. Es ging richtig los! Mit einer Kreuz bei 15-20kn ging es los, bis ich gegen Mitternacht den Leuchtturm Birvideaux runden konnte. Zum Glück noch bei Tageslicht segelte ich zwischen den kleinen Inseln Hoedic und Houat durch, mit Felsen links und rechts nicht ganz einfach. Auf diesem ersten Stück waren noch viele Boote in Sichtweite und ich hielt mich im Mittelfeld.

 

Mit Einbruch der Dunkelheit und dem Runden des Leuchtturms verlor man sich allmählich aus den Augen. Bevor ich meinen Spi setzen konnte (für die Franzosen heißen die drei Gennaker „Spi“ und unser Code 0 „Gennaker“…), musste ich erst noch meinen gerissenen Baumniederholer reparieren. In den frühen Morgenstunden nahm der Wind immer weiter ab und drehte, sodass ich eine Halse fuhr, Belle Île passierte und weiter Kurs auf die Île d’Yeu nahm. Irgendwann ging bei inzwischen sehr ruhigem Wasser ein grandioser orangener Halbmond auf.

 

Pünktlich mit dem Sonnenaufgang lag ich in der Flaute – und das für die kommenden 7 Stunden! Eine echte Nervenprobe. Anfangs kam ich unter Code 5 Am-Wind noch recht gut voran und hatte Zeit, ein bisschen aufzuklaren und etwas zu essen. Doch irgendwann ging gar nichts mehr, die Segel schlugen, ich versuchte vergebens doch noch ein bisschen Fahrt zu machen.

 

Gegen Nachmittag kam endlich der Wind zurück. Leider genau von hinten, auch kein toller Kurs für einen Mini. Aber es ging zumindest wieder vorwärts! In Sichtweite von zwei anderen Booten ging es unter Spi max und später Spi Medium an der Île d’Yeu vorbei und weiter in Richtung Les Sables d’Olonnes. Dort war mit der Kardinaltonne Nouch Sud die südlichste Tonne des Kurses zu runden. Ich sehnte diese Tonne herbei, aber es nahm einfach kein Ende.

Bei Morgengrauen kurz vor der Tonne steckte ich noch einmal für eine Stunde in einer Flaute und konnte es einfach nicht glauben: anschließend durfte ich die restlichen 5sm bei leichtestem Wind in die Bucht reinkreuzen… Gegen 09:00 konnte ich sie endlich runden und wurde dort von einem Begleitboot gezeitet. Schon sicher bestimmt letzte zu sein, sah ich plötzlich noch zwei weitere Boote auf die Tonne zufahren. Ich war also noch im Rennen, weiter gings!

Hatte ich den ersten Tag fast ausschließlich auf das Ziel, das Ankommen, hingearbeitet, so hatte ich nun langsam das Gefühl, in meinem Rennen anzukommen und es so zu nehmen wie es eben kam.

 

Der Spi Max war bereits angeschlagen und ich war kurz davor ihn zu setzen, als der Wind anfing zurück zu drehen. Für eine Stunde ging es noch recht zügig unter Code 5 weiter, doch dann konnte ich auch damit nicht mehr meinen Kurs halten und musste ihn bergen. 100sm Kreuz lagen bis zur Île de Groix kurz vor Lorient nun vor mir. Um die drei Inseln auf dem Kurs liegenden Inseln herumzusegeln wurde also alles andere als einfach und schnell… Der Wind nahm den Tag über zu, sodass es mit 4-5kn Bootsgeschwindigkeit zumindest (für Mini-Verhältnisse) recht schnell voran ging. Nachts war ich bei 25kn Wind und 2 Reffs im Groß angekommen.

 

Im Laufe des Dienstag Vormittags näherte ich mich bei abnehmendem Wind der Île de Groix. Als ich endlich die NW-Spitze der Insel gerundet hatte, begleiteten mich auf einmal Delphine! Das war großartig. Diesmal hatte ich schon die Windwinkel ausgerechnet, das passende Vorsegel angeschlagen, um es nach der Rundung der Insel zu setzen. Doch es war wie gehabt, der Wind drehte mit und es blieb mir nur ein tiefer Am-Wind-Kurs auf dem Weg zurück. Glücklicherweise war nun aber wieder ordentlich Wind und auch Welle, sodass ich endlich einmal schneller unterwegs war und mich mit 6-7kn SOG dem Ziel näherte. Stoisch nahm ich es hin, dass der Wind zum südlichen Passieren der Insel Hoedic wieder genau von hinten kam und machte unter Spi Max noch ein paar Meilen gut, bevor ich nach einer gefühlten Ewigkeit die Südtonne der Untiefe Bonen du Four passieren konnte. Dort hatte ich in der dunklen Nacht unter dem Blinken der Tonne eine nahezu gespenstische Begegnung, als ein Mini sich mir fast geräuschlos unter Gennaker von achtern näherte. Nach dem Anluven gewann ich dieses kleine letzte Duell allerdings.

 

Nun lagen nur noch 10sm bis zur Einfahrt in die Bucht von Pornichet vor mir. Ich freute mich auf das Ankommen, mein Boot lief schnell, die letzten Wegpunkte hatte ich noch einmal gecheckt und sogar Festmacherleinen und Fender waren bereit gelegt. Etwa 1sm vor der Einfahrt drehte der Wind ein bisschen nach rechts, sodass ich nicht mehr anliegen konnte und das letzte Stück kreuzen durfte. Das war nochmal ein echter Challenge für sich: in die navigatorisch wirklich anspruchsvolle und enge Bucht einzulaufen, nachts und mit Wind von vorne. Zum Glück hatte ich links und rechts genug Wegpunkte einprogrammiert, wusste daher wo ich genau war, und tastete mich langsam ans Fahrwasser heran. Die engste Stelle war passiert, aber auch die Ziellinie zu finden gestaltete sich durch die vielen Lichter von Land ganz schön schwierig, obwohl ich genau wusste wo sie sein musste. Gegen 01:30 am Mittwoch morgen passierte ich sie endlich!

 

Ich wurde herzlich von meinem Bruder Jan und einigen bekannten und unbekannten Mini-Seglern am Steg in Empfang genommen, das ist einfach super in dieser Klasse! Die letzten Tage hatte ich mich in 10 minütigen Schlafphasen immer wieder erholt, doch wie wenig dabei wirklich nur zusammen kommt, merkte ich nun als ich an Land war und sich alles drehte. Ich freute mich riesig auf eine Dusche und ein Bett…!

 

Insgesamt waren wir vier deutsche Segler: Oliver Tessloff belegte mit seiner Pogo 3 einen tollen 10.Platz, Andreas Deubel (Nacira) wurde 23. und bei den Protos ging Michael Zerr an den Start, musste aber leider aufgeben. Natürlich lernt man nach und nach viele Mini-Segler aus allen möglichen Ländern kennen, doch auch wir waren eine coole Gemeinschaft, haben uns viel ausgetauscht und ich hoffe sehr, dass sich das in den kommenden Monaten so fortsetzt.

 

Mein Ziel habe ich erreicht: die Regatta im Zeitlimit beenden und Erfahrung sammeln. Auch wenn man meinem Bericht sicherlich anmerkt, dass der Kurs nicht immer einfach war, war diese Regatta auf jeden Fall ein großartiges, wenn auch anstrengendes, Erlebnis!

 

Ich möchte an dieser Stelle einmal mehr allen ganz herzlich danken, die mich unterstützen und es mir möglich gemacht haben, so weit zu kommen!


Meine erste Solo-Tour!!

Am 24.04. war es soweit: ich legte ab zu meiner ersten Solo-Tour! Für die Regatta "Pornichet Select" musste mein Boot von Lorient nach Pornichet überführt werden, ca. 55sm. Als Training bot es sich an, diese Tour einhand zu machen. Und als doppeltes Training: nachts.

Also ging es abends gegen 21:00 mit dem letzten Licht des Tages aus der Bucht von Lorient raus. Um mich erst einmal an alles zu gewöhnen, ging es unter Groß und Fock raumschots an Quiberon vorbei in Richtung Belle île. Bei Vollmond und fast sternenklarem Himmel war es sogar recht hell. Gegen Mitternacht nahm der Wind auf nervenaufreibende 2-4kn ab und kam genau von hinten. Zwischen Belle Île und Île d'Houat versuchte ich die kommenden 5 Stunden zumindest ein bisschen Fahrt zu machen - selbst mit Gennaker kaum möglich. Mit dem Sonnenaufgang kam zum Glück auch etwas Wind. Anfangs nur etwa 5kn, aber ich freute mich riesig, dass es zumindest etwas voran ging. Weiterhin kam der Wind aus West und somit genau von hinten, sodass ich vor dem Wind kreuzen musste. Das verlängerte die Strecke natürlich um einiges... Aber der Wind nahm zu und kurz vor der Bucht von Pornichet waren es plötzlich 30kn. Die letzte Regatta war ein gutes Starkwindtraining, sodass das Reffen schnellstens klappte ;-) Nach weiteren 3sm in der Bucht bis zum Hafen und einem Solo-Anlegemanöver kam ich glücklich und geschafft gegen 14:00 an.

Ich bin froh nun endlich wirklich erlebt zu haben wie es sich anfühlt einhand auf einem Mini zu segeln! Es war natürlich eine aufregende Tour und es ist noch alles andere als Routine, aber es hat alles wirklich gut geklappt und nun freue ich mich auf meine erste Einhand-Regatta!

 

Inzwischen habe ich die Sicherheitskontrolle für die Regatta hinter mich gebracht, bin angemeldet und werde mich bis zum Start am 30.04. um 13:00 hauptsächlich mit der Navigationsvorbereitung beschäftigen.

Verfolgen könnt ihr mich während der Regatta hier wieder auf dem Tracker.

Leinen los in Lorient zu meiner ersten Solo-Tour!
Leinen los in Lorient zu meiner ersten Solo-Tour!

Erste Regatta auf eigenem Kiel: das BSM

Seit Karfreitag bin ich nun schon in Lorient. Es waren intensive und aufregende 12 Tage seitdem. Mit meinem Freund Sverre Reinke als Co-Skipper war es mein Ziel das Boot so gut kennen zu lernen, um die erste Regatta mitsegeln zu können. Das komplette Osterwochenende hielt uns ein Sturm mit bis zu 50kn im Hafen fest. Aber auf einem Boot -und somit auch auf einem Mini- gibt es immer irgendetwas zu tun. Zum Glück auch unter Deck.

 

Dinge wie Radarreflektor in den Wanten montieren, Bordapotheke sortieren, Windanzeige im Masttop justieren, Seenotsignalmittel austauschen, ausmisten und neu sortieren von Ersatzteilen,… standen auf der TODO-Liste.

 

An den darauf folgenden Tagen konnten wir bei Wind zwischen 5 und 20kn, Sonne und Regen und Welle zwischen 1 und 3m trainieren. Eindrucksvoll war der recht sportliche Einstieg beim ersten Mal segeln mit enormer Kreuzwelle direkt im Fahrwasser der Hafeneinfahrt. Richtiges Rodeo-Reiten!

 

Mit definitiv jeder Meile und jedem Manöver lernt man etwas dazu. Im Hafen beispielsweise unter Segeln an- und abzulegen. Oder auf dem Wasser Groß und Genua einreffen, ausreffen, verschiedene Spis und Gennaker setzen und bergen, Halsen unter Spi, die ersten Solo-Wenden. Auch die Selbststeueranlage haben wir getestet und sie getauft: auf den Namen „Django“ wird sie von nun an hören…

 

Nun steht mit der „Bretagne Sud Mini Lorient“ die erste Regatta an. 76 Minis sind gemeldet, das macht 152 Segler. Wahnsinn, ein echter Teilnehmerrekord. Der Hafen „La Base“ an der Cité de la Voile füllte sich zunehmend. Wo vor drei Tagen noch nichts los war, liegen jetzt Minis in 3er oder 4er Päckchen. Mein Boot ist bereit. Gestern fand der Sicherheitscheck statt, mein erster. Bis auf ein paar Kleinigkeiten lief alles glatt. Heute steht nun noch ein Breefing an, angebadet und Boot abgetaucht bei 8°C Wassertemperatur ist erledigt und am Samstag ist um 13:00 der Start in der Bucht von Lorient. Drei Kurse stehen zur Auswahl, beide sind etwas 150sm lang und sollen 24-30h lang dauern. Kurs 1: von Lorient zum Phare Birvideaux, dann nach Westen und die Îles de Glénans an backbord liegen lassen bevor es nach Osten geht und vorbei an der Belle Île bis zur Banc de Guérande. Von dort aus geht’s weiter durch die Passage de Teignouse zwischen Quiberon und Belle Île und von dort aus zurück nach Lorient. Kurs 2 führt von Lorient aus direkt zu den Îles de Glénans, dann nördlich an der Belle Île vorbei und durch die Passage de Teignouse, bevor es zur Banc de Guérande und dann Belle Île an steuerbord und Île de Groix an backbord lassend zurück nach Lorient geht. Damit ihr schonmal wisst, auf welches Zickzack ihr euch auf dem Tracker einstellen könnt ;-)

Hier der Link zum GPS-Tracker: http://www.lorientgrandlarge.org/?mode=suivi_course_bsm_mini

 

Ursprünglich hatte ich vor, diese Regatta als finale Bootsübergabe zusammen mit dem Vorbesitzer der Bootes Chris Luekermann zu segeln. Er musste leider absagen. Daher werde ich nun mit der Australierin Katrina Ham zusammen segeln. Sie war ebenso wie Chris bei der Mini Transat 2015 dabei. Ich freue mich darauf von ihr dazu zu lernen!

 

Also, drückt die Daumen und verfolgt uns bei dieser ersten Regatta der Saison!


Ich habe ein Boot!! Die Saison 2016 kann beginnen...!

Es hat seine Zeit gebraucht, doch nun kann ich verkünden: Ich habe einen Bootssponsor gefunden! Die CPM Hubert Hell GmbH hat den Mini #732 nach erfolgreicher Teilnahme am Mini Transat 2015 mit dem Vorskipper Chris Lükermann gekauft. Die Pogo 2, Baujahr 2008, wird mir bis nach meiner Rückkehr aus der Karibik Ende 2017 zur Verfügung stehen.

 

 

„Ich freue mich sehr, eine junge, talentierte und hochmotivierte Sportlerin bei dieser großartigen und faszinierenden Herausforderung unterstützen zu können“, so Hubert Hell, der segelbegeisterte Geschäftsführer.

 

In den vergangenen Tagen nahm ich in Lorient, der französischen Hochburg des Hochsee-Regattasegelns schlechthin, den Mini vom Vorskipper entgegen und konnte bei bestem Wetter bereits die ersten Trainingsschläge segeln. Es war ein aufregender Moment und ich bin gespannt auf alles, was ich an Bord erleben werde. Diesem ersten Segelerlebnis an Bord „meines“ Minis gingen in den letzten Monaten viele Mails, Gespräche und Treffen voraus. Nun freue ich mich riesig, dass ich diesen großen Schritt gehen konnte!

Vielen Dank an Hubert Hell, ohne den dies nicht möglich wäre.

 

 

Die Regattasaison 2016 ist geplant und die ersten Meldungen sind bereits draußen. Als Auftakt wird die 150 Seemeilen lange Zweihand-Regatta Bretagne Sud Mini (BSM) Lorient dienen, bei der ich zusammen mit Chris Lükermann am 9. April an den Start gehen werde.

 

Direkt im Anschluss werde ich Ende April die 300 Seemeilen lange Einhand-Regatta Pornichet Sélect mitsegeln. Als Regattahöhepunkt steht Mitte Juni die 600 Seemeilen lange Zweihand-Regatta Mini Fastnet an, an der ich bereits 2015 an Bord von Dominik Lenk teilnahm. Im Sommer soll mit einem 1000 Seemeilen langen Qualifikationstörn -einhand, nonstop, außerhalb von Regatten und auf einer vorgegebenen Route im Atlantik- ein wichtiger Teil der Qualifikation zur Mini Transat erfolgen. Als Regattaabschluss der Saison sind im September die Regatten Kaya Ropes in La Rochelle und Chrono 6.50 von Lorient aus geplant.

 

Schaut immer mal wieder rein und verfolgt wie mein Weg im Mini-Zirkus weitergeht...

 


Neuigkeiten von meinem Projekt und der Mini Transat 2015

In letzter Zeit hielt sich meine Berichterstattung etwas in Grenzen, doch bekanntermaßen passiert genau dann am meisten, wenn es nach außen hin ruhig ist.


Vor einiger Zeit hat der VSaW (Verein Seglerhaus am Wannsee) in Berlin Interesse daran signalisiert, mein Projekt zu unterstützen. Ich freue mich dort nun Mitglied zu sein und mein Mini Transat-Projekt unter dem Stander des VSaWs laufen zu lassen. Auf demSommerfest des Vereins konnte ich den Mitgliedern und Gästen auf der Bühne mein Vorhaben erstmalig vorstellen.


Auch bei dem geplanten Bootskauf kommt Bewegung in die Sache, doch für Genaueres ist noch etwas Geduld gefragt…


Ein großes Dankeschön möchte ich an dieser Stelle an alle bisherigen Unterstützer und Sponsoren aussprechen!


Während es bei mir also hinter den Kulissen vorwärts geht, ist die diesjährige Mini Transat in Guadeloupe zu Ende gegangen. Es war eine unglaublich schnelle zweite Etappe, über 10 Tage lag die Durchschnittsgeschwindigkeit der Protos bei 11, der Serienschiffe bei 10kn! Nach 12 Tagen und 19 Stunden überquerte Frédéric Denis als erster in der Prototyp-Wertung die Ziellinie, nach 14 Tagen und 11 Stunden Julien Pulvé als erstes Serienboot. Alle drei deutschen Skipper haben das Ziel trotz technischer Probleme wie kompletter Elektrikausfall, Ruderbruch, Gennakerbaum-Bruch erreicht – herzlichen Glückwunsch! Für mehr Infos, Fotos und Videos, schaut hier!


Bretagne und Start der Mini Transat in bewegten Bildern -          viel Spaß beim Gucken!


Start der Mini Transat 2015 in Douarnenez

Die Mini Transat 2015 ist gestartet! Am 19. September um 15:30h fiel für die über 70 Teilnehmer in der Bucht von Douarnenez der Startschuss zur ersten Etappe nach Lanzarote. Um diese einzigartige Vorstart-Atmosphäre kennen zu lernen, den Skippern viel Glück zu wünschen und den Start vom Wasser aus live zu erleben, bin ich in die Bretagne gefahren. Es waren tolle, bunte und aufregende Tage, die mir ein großer Anreiz sind, in zwei Jahren selbst dabei zu sein!


Drei deutsche Segler sind dieses Jahr dabei:

Chris Luekermann (732, Pogo 2, Serie)

Jan Heinze (613, Tip Top, Serie)

Dominik Lenk (348, Proto)


Hier könnt ihr die Regatta verfolgen: http://www.minitransat-ilesdeguadeloupe.fr/?lang=en


Fernseh-Interview live von der "Sail Bremerhaven"

Am 12.08. sendete Radio Bremen im Rahmen der Sail Bremerhaven in ihrer Sendung "Buten un Binnen" ein Liveinterview direkt vom Bakkdeck des norwegischen Schulschiffs "Statrsraad Lehmkuhl". Eine tolle Kulisse, um über mein Projekt zu reden!

 

Hier der Link zum Video:

http://www.radiobremen.de/mediathek/index.html?id=125104


Auf zum Mini Fastnet 2015 - meiner ersten Mini 6.50 Regatta!

Morgen habe ich meine letzte Klausur an der Uni und werde mich dann auf den Weg nach Douarnenez in der Bretagne machen, wo am 14.06. das „Mini Fastnet“ startet. 600 Seemeilen doublehanded von Douarnenez, an der Île d’Ouessant vorbei zwischen dem Leuchtturm Wolf-Rock und Land’s End an der Südwest-Spitze Englands entlang, um den Fastnet Rock vor der Südküste Irlands herum und zurück nach Douarnenez. Ich werde an Bord von Dominik Lenk (GER 348) sein. Per Tracker könnt ihr uns hier verfolgen: http://minifastnet.winchesclub.org/blog/category/positions/


Pünktlich zum „Mini Fastnet“ hat der Wassersportausrüster LENZ Rega-Port aus Düsseldorf mich enorm unterstützt und sponsert mein Projekt mit einem TPS Überlebensanzug  von Guy Cotten! Das freut mich riesig! Ein ganz großes Dankeschön in den Düsseldorfer Hafen! http://www.lenz-rega-port.de/

Übergabe des Überlebensanzuges bei LENZ Rega-Port, (c) LENZ Rega-Port
Übergabe des Überlebensanzuges bei LENZ Rega-Port, (c) LENZ Rega-Port

Vortrag im Segel-Club-Ville

Am 1.März hatte ich die tolle Möglichkeit, im Rahmen eines der Seglertreffs im Clubhaus des Segel-Club-Ville am Liblarer See einen Vortrag über mein Mini Transat-Projekt zu halten.

Es war ein schöner Nachmittag, der mir zahlreiche neue Anregungen gebracht hat. Dafür möchte ich mich noch einmal herzlich beim SCV, sowie bei allen, die gekommen sind, bedanken!


Mein Mini Transat Projekt in der Kölner Presse!


Projektstart: Mini Transat 2017

Mein Ziel ist nun klar gesetzt: im Herbst 2017 möchte ich in Frankreich bei der Mini Transat starten!

 

An meiner Uni, der Université de Liège in Belgien, habe ich nun als "étudiant sportif" den Leistungssportler-Status erhalten, sodass die Vereinigung von Studium und Mini Transat-Vorbereitungen auf soliden Beinen steht!

 

In den nächsten Monaten wird weiterhin die Sponsorensuche ganz groß geschrieben. Untenstehend könnt ihr meinen Projekt-Flyer herunterladen, angucken und weiter verteilen - ich freue mich über eure Rückmeldungen.

 

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei meinen Sponsoren -der Frisch GmbH und der Firma Bukh Bremen- sowie bei allen Leuten, die mich durch Tipps und Ideen unterstützen, bedanken!

 

Download
Flyer Transatlantikprojekt "Mini Transat 2017 - Lina Rixgens"
Mini Transat 2017 Lina Rixgens.pdf
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