Lina Rixgens

High Seas High School - Das segelnde Klassenzimmer

01.05.2010 - Der letzte Tagesbericht

Ende gut, alles... Anfang?

Datum: 01.05.2010
Name des Verfassers: Lina Rixgens
Position: Glücksstadt, Elbe, Hamburg, Köln
Wetter: Sonne, Regen, Wind und Wolken
Etmal: 24 sm und 450 rm (road miles)

Manche Leute tanzen in den Mai. Wir haben in den Mai hinein Krabben gegessen, lachend auf der Pier gestanden, redend und Schokolade essend in der Messe gesessen, die letzten Stunden in unseren Kojen gelegen und uns den kommenden Tag versucht, vorzustellen.
Irgendwann haben wir letzteres aufgegeben. So etwas konnten wir uns nicht vorstellen. Wie auch? Wir waren doch noch hier, auf der Johnny, in irgendeinem Hafen, saßen zusammen in der Messe, es war fast wie immer. Sich innerlich auf den morgigen Tag vorzubereiten war nicht möglich. Auf was würde man sich vorbereiten?
Auf eine außergewöhnlich toll mit Flaggen geschmückte Johnny? Darauf, stolz zu sein, die Flaggen aller Länder zu sehen, die wir besucht und erlebt haben? Auf die schneidende Kälte, die uns auch nach einem tollen Sonnenaufgang umgab? Auf das Vorbeiziehen der Tonnen? Auf ein letztes Mal Klüver packen? Auf die Nationalhymne, die für uns gespielt wurde, als wir die Elbe hoch fuhren? Vielleicht auf Klaus Schade, der uns eine Tüte mit Mars von einem Motorboot aus herüber reichte? Oder auf die Musik, die aus einem Radio aus der Brücke mit kläglichem Gesang über das Deck waberte? Auf die Stimmung beim Frühstück, die geradezu geladen war mit Spannung, Erwartung und Neugier? Etwa auf das zusammen packen unserer letzten Sachen? Oder auf das Vorüberziehen von Blankeneese? Auf das ständige Näherkommen der Skyline Hamburgs?
Wie sollten wir uns vorbereiten auf die vielen Krähne, Frachter, Container und Docks, die wir vor 197 Tagen hinter uns gelassen hatten und die nun vor unserem Bug lagen? Wie auf den Blick oben vom Mast aus auf das Boot der Presse, die Amphitrite und das Schiff der Lietzer? Wie auf das langsame aber sichere Öffnen der Brücke? Auf die vielen Menschen, die dort extra an die Pier gekommen waren, um uns willkommen zu heißen, die uns zeigten, wie lange wir wirklich weg waren? Wie auf das lange Tuten der Johnny? Und auf die letzten Meter bis zur Pier, das viele Winken, die vertrauten Gesichter, das Leinen rüber geben, das Ausbringen der Gangway, die erste Umarmung oder die Freudentränen?
Es ist nicht möglich, sich auf all das vorzubereiten.

Ein riesiges Abenteuer ist nun zu Ende, doch der Alltag wird für uns anfangs ebenfalls ein großes Abenteuer darstellen. Ein Abenteuer anderer Art. Einerseits so vertraut, andererseits ganz anders, da wir selbst uns verändert haben und unsere Umgebung anders wahrnehmen werden.


Ich danke allen Leuten, die mir diese geniale Zeit ermöglicht haben - ganz besonders Oma und Opa, Mama und Papa, Omi und Opa.
Isa, die Zeit mit dir an Bord war wundervoll!
Finn, Paul, Lotte, Sophie, Path, Fabi, Chris, Sams, Martti, Anni, Lö, Mascha, Timmi, Momo, Nici, Michel, Julia, Wim, Muri, Keno, Franz, Solli, Flo, Leo, Steffi, Bine, Carmen: Ihr wisst genau so gut wie ich, dass wir Höhen und Tiefen hatten und dass nicht alles nur Pustekuchen war. An die schönen Dinge erinnern wir uns vielleicht eher, als an die weniger schönen, doch genau aus diesen weniger schönen Erlebnissen haben wir am meisten gelernt und mitgenommen. Es war eine geile Zeit.
Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt. - Mark Twain


Ganz liebe Grüße,
eure Lina

1.Mai 2010 - Nach 14.300 Seemeilen wieder in Hamburg

Am 1.Mai 2010 erreichten wir Hamburg. 14.300sm liegen in unserem Kielwasser, 200 Tage lang waren wir unterwegs.

Gegen 10:30 kam die Skyline von Hamburg in Sicht, im Sandtorhafen legten wir eine halbe Stunde später an - genau dort, wo wir vor gut sechs Monaten an Bord gegangen waren.

Es war überwältigend, Familie, Freunde und Verwandte nach solch einer langen Zeit  mit unglaublich vielen intensiven und unterschiedlichsten Eindrücken wieder zu sehen.

22.März 2010 - Bermuda > Azoren

Heute werden wir um 13:00 MEZ St. George verlassen und uns auf den Schlag zu den Azoren begeben. Für die, die uns dort per Webcam suchen wollen: www.climaat.angra.uac.pt

19. März 2010 - Philosophieren über die Bermudas hinaus

Datum: 19. März 2010
Position: St. Georges, Bermudas
Etmal: -
Wetter: sonnig, fast karibik-warm
geschrieben von: Lina Rixgens

Ein freier Tag. lest mehr ....

14. März 2010 - Bermuda !

Logbuch der „Johann Smidt“

Datum: 14. März 2010
Position: 31°20,9′N, 066°30,2′W
Name: Steffi Jung, Uwe Lohmeyer, Sophie Pieterek, Mascha Ritter

 

Heute ist Sonntag und noch sind wir auf See. Unser Ziel sind die Bermudas, die wir vorraussichtlich am Montag gegen Morgen anlaufen werden. Wir hatten die letzten zwei Tage Sturm, ....

22. Februar 2010 - Havanna !

Logbuch der “Johann Smidt” (16)
22. Februar 2010 
Tag: 22. Februar 2010
Position: neun Meilen vor Havanna/Kuba; 23°10,9’N, 082°30,5’W
geschrieben von: Klaus Schade, Steffi Jung

21. Februar 2010 - Schiffsübergabe zwischen Mexiko und Havanna

Datum: 21. Februar 2010
Position: 23°11′N, 085°05′W
Wetter: tagsüber grau; nachts Regen, Sturm und Gewitter
Etmal: -

geschrieben von: Lina Rixgens

Regen peitscht übers Deck. Er prasselt so stark herunter, wobei er vom Wind beinahe waagerecht weggeweht wird, dass die Sicht auf wenige Meter begrenzt ist. Blitze zucken am Horizont und machen die Nacht für einige Sekunden zum Tag. Das Gewitter kommt näher. Die Intervalle der Dunkelheit werden kürzer. Es sieht unheimlich aus, ..... lest weiter  !

Über das HSHS-Projekt

 Das HSHS-Projekt:

 

Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren segeln auf einem traditionellen Segelschiff über die Weltmeere. Die Route führt von Deutschland zu den kanarischen Inseln, über den Atlantik in die Karibik, nach Mittel– oder Südamerika und Kuba, um dann nach 7 Monaten wieder in Deutschland festzumachen.

Dieses Projekt ist keine pädagogische Utopie, sondern eine Schule auf dem Meer, die "High Seas High School – Das segelnde Klassenzimmer®" (HSHS).